Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • Einzelheftverkauf
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen

Kontakt zur Redaktion

BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-392
E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Startseite/Erde & Umwelt/Artikel
Abholzung bringt Amazonas näher an seinen Kipppunkt
Erde & Umwelt

Abholzung bringt Amazonas näher an seinen Kipppunkt

Blick auf gerodete Flächen im Amazonas-Regenwald. · Foto: Uwe Bergbwitz/ iStock

Der Amazonas-Regenwald ist anfälliger als gedacht: Schreitet die Abholzung weiter voran, könnten zwei Drittel des Regenwalds schon bei einer Erwärmung um 1,5 bis 1,9 Grad zur Savanne werden, wie Klimaforscher berichten. Dieser Kipppunkt droht demnach, wenn die Entwaldung 22 bis 28 Prozent erreicht – zurzeit liegt sie bei 15 bis 18 Prozent. Grund für die erhöhte Anfälligkeit sind die vom Wald selbst erzeugten Niederschläge: Nimmt die Abholzung zu, verliert der Regenwald diese Fähigkeit.
Autor
Redaktion
08. Mai 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt

Der Amazonas-Regenwald ist ein Hotspot der Artenvielfalt und gilt als „grüne Lunge“ der Erde. Denn die Tropenwald-Bäume binden große Mengen des Treibhausgases CO2, gleichzeitig kühlt und befeuchtet der von ihnen abgegebene Wasserdampf die Atmosphäre. Regenwälder erzeugen so einen großen Teil des von ihnen benötigten Niederschlags selbst. Im Amazonasgebiet macht dieser selbst produzierte Regen örtlich bis zu 50 Prozent des gesamten Niederschlags aus. Der von den Bäumen abgegeben Wasserdampf spielt zudem eine wichtige Rolle als Starthilfe für die alljährliche Regenzeit.

Doch Klimawandel und Abholzung setzen dem Amazonas-Regenwald immer stärker zu: Schon jetzt sind 17 bis 18 Prozent seiner Fläche durch Rodung zerstört, durch die globale Erwärmung häufen sich Trockenperioden. Inzwischen mehren sich die Indizien dafür, dass sich das Gebiet einem Kipppunkt nähert. Der Regenwald könnte sich dann irreversibel in eine Savanne verwandeln. Wann dieser Kipppunkt erreicht sein wird, ist jedoch strittig.

Intakter Wald ist resilient

Jetzt liefert eine neue Modellanalyse präzisere Informationen. Nico Wunderling von der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und sein Team haben für ihre Simulation zunächst rekonstruiert, wie viel Feuchtigkeit im Amazonasgebiet selbsterzeugt ist und wie síe in der Atmosphäre über dem Regenwald transportiert wird. Dann koppelten sie dies mit verschiedenen Klimaszenarien, die eine Erwärmung von 1,5 bis mehr als vier Grad simulierten. Das Team untersuchte dann, wie sich dies mit und ohne zusätzliche Abholzung auf den Waldbestand und das Überschreiten des Kipppunkts zur Savanne auswirkt.

Die Simulationen zeigten: Ohne fortschreitende Entwaldung erreicht der Amazonas-Regenwald den Kipppunkt erst bei einer Erwärmung um 3,7 bis 4,0 Grad. „Aber es gibt selbst dann keinen Punkt, an dem das komplette Amazonassystem umkippt“, berichten Wunderling und seine Kollegen. Selbst bei starker Erwärmung wandelten sich im Modell nur rund 35 Prozent des Waldgebiets in Savanne um. „Das legt nahe, dass es im Amazonas-Regenwald Gebiete gibt, die eine hohe Resilienz gegenüber Trockenheit und den klimawandelbedingten Rückgängen der Niederschläge aufweisen“, so das Team.

Bei weiterer Abholzung droht Umkippen schon bei 1,5 Grad

Doch das ändert sich drastisch, wenn die Entwaldung weiter voranschreitet: „Nachdem wir die Abholzung in unsere Analysen aufgenommen haben, finden wir Kipppunkte in allen Klimaszenarien“, schreiben die Forschenden. Schon eine Erwärmung von 1,5 bis 1,9 Grad und ein Waldverlust von 22 bis 28 Prozent reichen demnach aus, um große Teile des Amazonasgebiets bis Mitte dieses Jahrhunderts umkippen zu lassen. Bis zu 77 Prozent des Regenwalds könnten bei dieser schon gemäßigten Erwärmung verschwinden.

„Abholzung macht den Amazonas deutlich anfälliger, als wir bisher dachten“, sagt Wunderling. Sein Co-Autor Arie Staal von der Universität Utrecht erklärt: „Wenn Abholzung den Feuchtigkeitstransport in einem Teil des Amazonas unterbricht, können ganze Regionen durch sich ausbreitende Dürreeffekte an Widerstandskraft verlieren – selbst Hunderte oder sogar Tausende Kilometer entfernt. Globale Erwärmung und Abholzung verändern dadurch die Niederschlagsmuster im gesamten Amazonasgebiet.“

Die Studie liefert damit die bislang detaillierteste Abschätzung darüber, wie sich Erwärmung und Entwaldung auf die Stabilität des Amazonas auswirken. Doch diese Entwicklung sei nicht unausweichlich, betonen die Forschenden: „Wenn Abholzung gestoppt, bereits geschädigte Wälder ökologisch wiederhergestellt und die Emissionen schnell gesenkt werden, lassen sich die Risiken deutlich verringern“, sagt Co-Autor Johan Rockström vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Quelle: Nico Wunderling (Goethe-Universität Frankfurt am Main) et al., Nature, 2026; doi: 10.1038/s41586-026-10456-0

Mehr aus Erde & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Erde & Umwelt.

Alle Erde & Umwelt-Artikel
Wie tropische Jungfische im Gleichtakt atmen
Erde & Umwelt

Wie tropische Jungfische im Gleichtakt atmen

3. Juli 2026

Junge Arapaima-Fische tauchen zu Hunderten gleichzeitig auf, um Luft zu schnappen. Eine Studie zeigt, wie sie individuelles Bedürfnis und Synchronität vereinen.

Rätsel um Vereisung der Antarktis gelöst?
Erde & Umwelt

Rätsel um Vereisung der Antarktis gelöst?

3. Juli 2026

Vor 34 Millionen Jahren entstand der mächtige Eispanzer der Antarktis – obwohl das Klima eigentlich zu warm dafür war. Wie war dies möglich?

Tierische Mathematik: Giraffen können addieren
Erde & Umwelt

Tierische Mathematik: Giraffen können addieren

1. Juli 2026

Im Zoo Barcelona haben vier Giraffen ihre Mathekünste unter Beweis gestellt: Sie addierten Mengen, um zu entscheiden, welcher Behälter mehr Futter enthält.

Klima: Meeresoberflächen brechen Temperaturrekord
Erde & Umwelt

Klima: Meeresoberflächen brechen Temperaturrekord

1. Juli 2026

Die Weltmeere sind zurzeit wärmer als jemals zuvor in dieser Jahreszeit gemessen. Klimawandel und das Klimaphänomen El Niño im Pazifik heizen die Ozeane auf…

← Zurück zu Erde & UmweltZur Startseite