Das Zuckerrohr, ein tropisches Gewächs aus der Familie der Süßgräser, war ursprünglich auf Neuguinea beheimatet. Von dort fand es seinen Weg zunächst nach Indien, wo man um 300 n. Chr. damit begann, Zuckerrohrsaft über offenem Feuer einzudicken und auf diese Weise einen groben, bräunlichen „Primitivzucker“ zu gewinnen, der allerdings noch durch Faseranteile und pflanzliches Eiweiß verunreinigt war. Weißer Zucker war unbekannt. Im Verlauf der weiteren Ausbreitung des Zuckerrohranbaus in den persischen Raum kam es dort um 600 zu einer grundlegenden Neuerung bei der Zuckergewinnung: Nachdem man den Saft durch die Beigabe von Milch, Ochsenblut, Eiweiß oder in späteren Zeiten Kalklauge geklärt, also gereinigt, und anschließend eingedickt hatte, füllte man ihn in kegelförmige Tongefäße mit einem Loch in der Spitze, durch die der Sirup abfloss. Nach diesem Filtervorgang blieb weißer Zucker übrig.
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Carsten Felker




