Über 20 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung gibt es immer noch klare Unterschiede zwischen West und Ost. Etwa beim Anteil neugeborener Kinder, deren Eltern nicht verheiratet sind: Er ist in den östlichen Bundesländern mit durchscnittlich 57 Prozent weit höher als im Westen der Republik, wo etwa jedes vierte Kind nichtehelich zur Welt kommt. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Länderkunde in Leipzig führen die Differenz unter anderem auf eine unterschiedliche Familienpolitik in den beiden früheren deutschen Staaten zurück. So genossen ledige Mütter in der DDR Privilegien gegenüber verheirateten Müttern. In Westdeutschland dagegen bevorzugten Familien- und Steuerrecht Kinder, die innerhalb einer Ehe geboren wurden. Nach der Wende blieb die Neigung ostdeutscher Paare, zu heiraten, geringer als im Westen. Europaweit ist die niedrige westdeutsche Quote außerehelicher Geburten die Ausnahme. In den meisten Nachbarländern kommen ähnlich viele Kinder außerhalb einer Ehe zur Welt wie in Ostdeutschland. Und: Der Anteil steigt überall.





