
Das periphere Nervensystem spinnt sich durch den gesamten menschlichen Körper. Zusammen mit dem zentralen Nervensystem, bestehend aus Gehirn und Rückenmark, ermöglicht es uns, zu fühlen und Muskeln zu bewegen. Eine periphere Nervenzelle besteht aus dem Zellkörper mit Zellkern und Nervenfasern, den sogenannten Axonen. Letztere sind von Schwann-Zellen umgeben und werden so geschützt. Wenn die Nerven durch Unfälle, einseitige Belastungen, Entzündungen oder Tumore beschädigt werden, müssen sie sich selbst reparieren. Auch wenn Axone vollständig durchtrennt sind, kann sich mithilfe der vorhandenen Makrophagen wieder neues Gewebe zwischen den Nervenenden bilden.
Schwann-Zellen und Makrophagen bauen eine Nerven-Brücke
Die Mikroskop-Aufnahme oben zeigt den Reparaturvorgang im verletzten Gewebe einer Maus. Grün eingefärbt sind die Schwann-Zellen. Zwischen den Nervenenden stoßen diese das pink eingefärbte Protein Robo1 aus. Dieses interagiert mit Slit3, einem von den Makrophagen abgesonderten Protein. So entsteht eine Nerven-Brücke, die es den Axonen nach einer Verletzung erleichtert, zu wachsen und sich wieder mit Haut und Muskeln zu verbinden. Zwei Millimeter lang ist diese Nerven-Brücke im abgebildeten Gewebe der Maus.
Die Forscher stehen nun vor der Herausforderung, auch größere Lücken bei menschlichen Patienten zu schließen: Diese können bis zu fünf Zentimeter lang sein. Xin-Peng Dun, leitender Autor der Studie, sagt: „Mehr als eine Millionen Menschen leiden weltweit jedes Jahr an Verletzungen peripherer Nerven. Unsere Arbeit hat das Potenzial, Patienten zu helfen und den Heilungsprozess solcher Verletzungen zu verbessern.“
Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie im Journal „Cell Reports“.





