Eigentlich ist unsere Sonne ja ein recht zuverlässiger Stern. Im Gegensatz zu anderen Himmelskörpern ihrer Art leuchtet sie ziemlich gleichmäßig vor sich hin. Dass sich die Erde in den letzten gut 200 Jahren trotzdem deutlich erwärmt hat, liegt ganz allein an uns Menschen und den Treibhausgasen, die wir in die Atmosphäre pusten. Die Sonne kann nichts dafür, auch wenn so etwas immer wieder von Verschwörungstheoretikern oder Politikern (Überschneidungen sind möglich) behauptet wird. Aber auch wenn wir die Sache mit der Klimakrise noch in den Griff bekommen, müssen wir uns langfristig trotzdem auf eine heiße Zukunft einstellen. Und dann – in etwa einer Milliarde Jahren – wird tatsächlich die Sonne schuld an der Erderwärmung sein.
Vermüllte Sonne
Denn die Sonne hat leider ein Müllproblem. Warum? Weil sie ihn ununterbrochen selbst produziert: Die enorme Masse der Sonne erzeugt in ihrem Kern einen ebenso enormen Druck und das führt zu – erraten! – enormen Temperaturen. Unter diesen Bedingungen kommt es zu derart heftigen Kollisionen zwischen Wasserstoffatomen, dass diese zu Heliumatomen verschmelzen. Bei dieser Kernfusion wird Energie frei, die dann in Form von Sonnenlicht auf der Erde ankommt.
Soweit ist alles noch normal und so wie wir es wollen. Das Problem ist das Helium: Heliumatome sind schwerer als Wasserstoff. Und die Temperatur im Sonnenkern reicht nicht aus, um sie so stark zu beschleunigen, dass sie ebenfalls verschmelzen können. Das fusionierte Helium liegt einfach nur rum und tut nix. Beziehungsweise: Es tut schon etwas, nämlich Platz wegnehmen. Je mehr Helium sich ansammelt, desto weniger Platz für Wasserstoff. Und je weniger Wasserstoff, desto weniger Fusionsreaktionen finden statt. Die Sonne wird dadurch aber nicht etwa kühler. Wenn weniger Fusion stattfindet, kommt zwar auch weniger Strahlung nach außen, doch der fehlende Druck dieser fehlenden Strahlung sorgt dafür, dass der Kern ein Stück in sich zusammensackt. Er wird dichter und dadurch heißer. Und auch die Schichten um den Kern herum heizen sich auf. Oder anders gesagt: Der Bereich der Sonne, in dem Wasserstoff fusioniert werden kann, wird größer, und so wird insgesamt mehr Energie produziert als zuvor.
Je mehr Helium die Sonne produziert, desto heller wird sie und desto wärmer wird es auf der Erde. Noch merken wir nichts davon, aber in circa einer Milliarde Jahren wird unser Planet nur noch Wüste sein, bis sogar irgendwann die Meere verdampfen. Die Sonne aber fusioniert einfach weiter vor sich hin, bis der Wasserstoff im Kern irgendwann wirklich aufgebraucht ist. Und dann erst wird endlich der ganze Müll recycelt. In circa 5 bis 6 Milliarden Jahren wird es im Inneren der Sonne heiß genug sein, um auch die Heliumatome zu fusionieren. Jetzt kommt richtig viel Energie aus dem Kern, und diese Energie wird in die äußeren Schichten der Sonne gepumpt. Auch dort wird es jetzt heißer, und der Wasserstoff, der dort bis jetzt zu kühl für die Fusion war, legt jetzt ebenfalls los. Das Resultat: Die Sonne dehnt sich aus. Bis zur Erde und wahrscheinlich sogar darüber hinaus. Die Sonne wird zum Roten Riesen, unser Planet wird verschluckt, zerstört und dann ist wirklich Ende Gelände.





