Als Physiklehrer im Ruhestand habe ich natürlich eine feste Meinung zur Astrologie und diese in dem folgenden Gedicht zum Ausdruck gebracht:
Eigenbrötler Ludwig Knoop glaubt ganz fest ans Horoskop, denn die Sterne lügen nicht, wie man überall verspricht. Darum kauft der Motivierte wöchentlich die Illustrierte, die, in ihrem Mittelteil, bietet Zukunftsblicke feil. Alles dreht sich um die Sterne, dass man bloß von ihnen lerne. Merkur, Venus, Erde, Mars, Lieblingsstern von Vetter Lars als ein echter Sonderling ist Saturn mit seinem Ring. Neptun und auch Uranus sind zu nennen noch zum Schluss. Jupiter wurd’ fast vergessen, der ist häufig auch in Essen ohne Fernrohr gut zu sehn, die vier Monde manchmal stehn wie die Perlen auf der Schnur, das ist Sternenschönheit pur. Halt, da stimmt doch etwas nicht, Sterne senden eignes Licht, jene aber reflektieren nur das Licht, das sie kassieren von der Sonne als dem Stern, der im Zentrum steht, zwar fern, aber ohne Dienstbeschwerde Leben spendet auf der Erde. Folglich sind die Heilspropheten keine Sterne, nur Planeten. Ein Gedanke mich durchzuckt: Sterne lügen wie gedruckt. Siegfried Engelsiepen, per E-Mail
Zu diesem Artikel habe ich eine Anmerkung: Der Versuch, einer Vielzahl von Personen dasselbe Horoskop zukommen zu lassen und ihnen zu erklären, dass dies ein persönlich erstelltes Horoskop sei, wurde bereits in den 1970er-Jahren in der ZDF-Sendung „ Querschnitte” von Hoimar von Ditfurth durchgeführt. Das Ergebnis war identisch.
Roland Schulz, per E-Mail
ZWILLINGE
Titelgeschichte, Heft 6/2009
Seit 16 Jahren lese ich bdw im Abonnement, und eigentlich freue ich mich immer schon im Voraus auf die neue Ausgabe. Doch in letzter Zeit wird diese Vorfreude von Mal zu Mal etwas mehr enttäuscht, wenn ich die aktuelle Ausgabe gelesen habe.
Der Grund dafür ist, dass sich eure Themenauswahl in jüngerer Zeit immer mehr in Richtung der sogenannten Lebenswissenschaften verschoben hat. Das mag ja im Trend liegen, doch ich interessiere mich nun mal mehr für die Naturwissenschaften. Das war früher kein Problem, denn ich empfand euer Heft immer als ausgewogen und abwechslungsreich. Inzwischen kommen naturwissenschaftliche Themen meiner Meinung nach eindeutig zu kurz.
Die bisherige „Krönung” ist Euer Heft 6/2009, in dem über beinahe ein Viertel aller Seiten über Zwillingsforschung gefachsimpelt wird. Das Thema ist ja nicht uninteressant, aber in solch einem Umfang gehört das Ganze vielleicht für Insider in Hefte wie „Psychologie heute”. Mich interessiert auch wirklich nicht, ob sie mehr oder weniger Plüschtiere haben als Einlinge – im Schnitt, wohlgemerkt.
Ich schreibe heute, weil es mir zum ersten Mal in all den Jahren passiert ist, dass ich mitten in einer Titelgeschichte die Lektüre abgebrochen habe. Vielleicht bin ich ja der einzige Meckerer in dieser Richtung, dann macht für die anderen Leser weiter so.
U. Hennig, Bayreuth, per E-Mail
AUSSERIRDISCHES LEBEN
Titelgeschichte, Heft 5/2009
In allen öffentlich bekannten Gedanken über Leben auf anderen Himmelskörpern scheint mir (selbst Biologe) ein grundlegender Denkfehler zu liegen: Alles wird darauf abgeklopft, ob dort genau die Form von Leben möglich wäre, die wir von uns her kennen. Darüber wird vergessen, wie Evolution abläuft.
Selbstverständlich sind wir irdischen Lebewesen Kinder dieses Planeten und genau an seine Bedingungen angepasst, einfach deshalb, weil es hier so ist, wie es ist. Auch in Gedanken ist es falsch, uns in einer fremden Umgebung „adaptieren” zu wollen. Hier ist die Logik auf den Kopf gestellt. Nicht die Erde passt zu uns, sondern wir passen auf die Erde. Selbstverständlich wird Leben überall ebenso die Frucht gerade seiner heimischen Verhältnisse sein (und hätte wahrscheinlich Schwierigkeiten unter unseren „freundlichen” Bedingungen).
Das ist unbequem, weil unsere Fantasie natürlich nicht ausreicht, uns Leben anders vorzustellen, als wir es gewöhnt sind. Aber die Wahrscheinlichkeit, grundlegend anders aufgebaute Formen zu finden, ist vermutlich einige Milliarden Mal höher, als genau das anzutreffen, was wir hier schon haben.
Dr. Michael Werner, per E-Mail
KURZ UND KLEIN
„Elektronen beim Tunneln erwischt” und „ Ferngelenkte Drogenkuriere”, Heft 6/2009
In Ausgabe 6/2009 von bdw setzen Sie …
1. auf Seite 57 eine Attosekunde mit 1000 Femtosekunden gleich. Richtig ist: Eine Attosekunde entspricht einer Tausendstel Femtosekunde!
2. auf Seite 60 einen Nanometer mit einem Millionstel Meter gleich. Richtig ist: Ein Nanometer entspricht einem Milliardstel Meter!
Günter Uebel, Kirschweiler
Herr Uebel hat recht. Wir bitten die beiden Fehler zu entschuldigen. Obwohl winzige Zahlen, sind sie keine Peanuts. Die Redaktion
MIT WENIGER WACHSTUM ZU MEHR LEBENSQUALITÄT
Heft 6/2009
Ich habe das Gespräch mit Claus Leggewie gelesen und bin zutiefst erschüttert: Da schwadroniert doch tatsächlich ein Politikwissenschaftler, ob nicht eine Diktatur nach chinesischer Spielart mit dem Klimawandel besser umgehen könnte.
Ja, Herr Leggewie, eine Diktatur kann alles effizienter: Menschen mit anderer Meinung rascher und vor allem effizienter zum Schweigen (und Verschwinden) bringen. 20 Jahre nach Tiananmen werden in China die TV-Geräte noch immer schwarz, wenn die Zensur zuschlägt – wollen Sie das allen Ernstes? Woher nehmen Sie die arrogante Gewissheit, dass gerade Sie als Politikwissenschaftler die Wahrheit kennen, während Sie die Naturwissenschaften in der permanenten Zwickmühle zwischen Expertise und Gegenexpertise vermuten? Sie haben offenbar die richtige Expertise, da braucht es keine störende Gegenmeinung. Sie legen ein erschütterndes Zeugnis der Intoleranz ab.
Dr. Helmut Spreitzer, per E-Mail
DAS WAHNSINNIGE UNIVERSUM
Heft 3/2009
Diese bizarre Problematik der Boltzmann-Gehirne kann niemanden gleichgültig lassen. Hier geht es nicht nur abstrakt um Kosmologie und die ominöse Dunkle Energie, sondern viel grundsätzlicher um die Frage, ob das, was existiert, nicht purer Einbildung entspringt.
Dr. Timm Deeg, Wachenheim





