Ergebnis: Die Altersbestimmungen typischer Knochenspitzen durch die 14C-Methode ergaben ein Alter um 32.000 Jahre. Das spricht den Forschern zufolge eindeutig gegen eine Beteiligung von Neandertalern, denn die Funde sind damit wesentlich jünger als die letzten Nachweise von Neandertaler in dieser Region. Vermutlich wanderten die modern-menschlichen Siedler in ein bereits über einige tausend Jahre unbewohntes Gebiet ein, sagen die Forscher.
Neandertaler – Fehlanzeige
Ein weiterer Schwerpunkt der Forschungsarbeiten lag auf Untersuchungen von Steinwerkzeugen aus der Region. Sie wurden bereits als möglicher Hinweis auf eine kulturelle Kontinuität zwischen Neandertalern und anatomisch modernen Menschen angeführt. Auch in diesem Fall kamen die Forscher aber zu einem negativen Ergebnis: Ihren Analysen zufolge zeigen die Steingeräte keinerlei neandertalertypische Kennzeichen, sondern spiegeln allein charakteristische modern-menschliche Aspekte des Aurignacien wider.
Auch die logistischen Fähigkeiten des modernen Menschen machen sich bei einigen Funden bemerkbar, sagen die Wissenschaftler. Zwei Fundplätze liegen nämlich im alpinen Hochgebirge. Fertige Waffen und Steinrohmaterial wurden hier aus einem über 20 Kilometer entfernten und 500 Höhenmeter tiefer liegenden Flusstal herangeschafft und offenbar sogar gehortet: Allein in der Höhle Potocka zijalka wurden 125 Knochenspitzen gefunden. Dies belegtnach Ansicht der Forscher vorausschauendes Planen und eine ausgefeilte Logistik der Hochgebirgsjäger. „Diese Art des Risikomanagements und die bis ins Detail geordnete Logistik sind typisch modern-menschliche Verhaltensweisen”, so der Archäologe Moreau. Neandertalertypisches konnten die Forscher bei ihren Untersuchungen also nicht feststellen. „Es hat mich besonders gereizt, für diese Frage endlich eine solide Diskussionsbasis zu schaffen”, so der Wissenschaftler.





