Einen Kunststoff, der Brüche auf einfache Art selbst heilen kann, haben Wissenschaftler um Fred Wudl vom Institut für Exotische Werkstoffe an der Universität von Kalifornien in Los Angeles entwickelt. Das Material besteht aus zahlreichen winzigen Clustern – Zusammenballungen von wenigen Furan- und Maleimid-Molekülen. Risse in diesem durchsichtigen Polymer fügen sich fast vollständig wieder zusammen, wenn die Bruchstücke auf rund 120 Grad Celsius erwärmt werden und danach langsam wieder abkühlen. Die Erklärung für die simple Selbstheilung: Beim Zerbrechen des Plastiks lösen sich lediglich die Bindungen zwischen einzelnen Clustern – die Moleküle selbst bleiben dagegen unversehrt. Anders als ein selbst heilender Kunststoff, den andere US-Forscher vor rund einem Jahr präsentiert hatten (bild der wissenschaft 7/2001: „Bild des Monats: Plastik heilt sich selbst”) benötigt das neu entwickelte Material keine zusätzlich beigemischten Chemikalien. Es könnte als Rohstoff für Computerplatinen dienen. Da sie sich beim Betrieb des Rechners erwärmen und wieder abkühlen, würden sich entstehende Risse rasch schließen.
Hans Groth





