Ähnlich wie die untergehende Sonne durch Staub in der Erdatmosphäre rot erscheint, verrät sich Staub in fernen Galaxien dadurch, dass er das blaue Licht von heißen Sternen blockiert. Nun haben Astrophysiker am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg entdeckt, dass die Masse des kosmischen Staubs in 63 Spiral- und Zwerggalaxien des Virgo-Haufens mindestens zehnmal größer ist als bisher angenommen. Das heißt, dass bis zur Hälfte des sichtbaren Lichts in diesen Galaxien im Sternbild Jungfrau in infrarote Strahlung umgewandelt wird, die für das menschliche Auge unsichtbar ist. Die Forscher nehmen an, dass der Staub deshalb so kalt ist, minus 263 Grad Celsius, weil er sich weit außerhalb der Galaxien befindet. Die Messungen stammen vom europäischen Infrarot-Observatorium ISO.
Hans Groth





