Über neun Millionen Soldaten starben im Ersten Weltkrieg. Allein in den ersten Kriegswochen kamen 300 000 französische und deutsche Männer ums Leben – zerfetzt von Granaten, Bomben und infernalischem Artilleriefeuer. Längst nicht alle Gefallenen konnten geborgen werden, viele wurden in Massengräbern verscharrt und vergessen. Inzwischen widmen sich immer mehr Archäologen diesen Gräbern und legen auch Schützengräben und Unterstände der Stellungskriege an der Westfront frei. Sie finden Feldbetten, Emaille-Schilder, Warnglocken aber auch Alltagsgegenstände wie Aschenbecher, Flaschen, Würfelbecher und Zündholzbüchsen. Die Arbeit der Wissenschaftler ist nicht leicht. Denn gerade die Massengräber, in denen zudem viele nicht mehr identifizierbare Leichen liegen, gehen ihnen an die Nieren, sagen sie: “Bei einem gallo-römischen Grab gehen wir nüchtern archäologisch vor. Anders bei den Soldatengräbern. Die Skelette tragen Spuren von Gewalteinwirkung und konfrontieren uns mit Einzelschicksalen.”