Mileva Mari´c war eine außergewöhnliche Frau. Sie studierte Mathematik und Physik am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich und gilt als Albert Einsteins erste große Liebe. Welche Rolle sie für das wissenschaftliche Werk ihres Mannes spielte, ist jedoch ebenso unklar wie das Schicksal der gemeinsamen Tochter. Lieserl kam 1902, ein Jahr vor der Hochzeit, zur Welt, und schon wenig später verlieren sich die Spuren des Mädchens.
Dieser Stoff lädt zu Spekulationen ein. Die beiden spanischen Autoren Àlex Rovira und Francesc Miralles hat er zu einem Roman inspiriert, der sich wie ein Krimi liest. Auf jeden Fall gibt es genügend Tote. Dabei geht es nicht nur um das verschollene Lieserl, sondern vor allem um „Einsteins Versprechen”, seine angeblich letzte allumfassende Erkenntnis darüber, was die Welt im Innersten zusammenhält.
Dem klassischen Thrillerplot folgend, jagt ein ungleiches Paar – der Journalist Javier Costa und die Autorin Sarah Brunet – um die Welt, mit dem Ziel, das Geheimnis zu lüften. Der Leser merkt früh, dass die ominöse Weltformel wenig mit Relativitätstheorie zu tun hat und kommt schneller hinter Einsteins Rätsel als das emsig suchende Duo. Die Idee ist originell, physikalische Einsprengsel sowie etliche wissenschaftshistorischen Bezüge verleihen dem Roman stellenweise den Charakter einer Biografie. Helmut Hornung
Alex Rovira, Francesc Miralles EINSTEINS VERSPRECHEN List, Berlin 2011 384 S., € 18,– ISBN 978–3-471–35051–5 E-Book für € 14,99 ISBN 978–3–8437–0074–0





