Geowissenschaften
Ein Forscherteam der österreichischen Montanuniversität Leoben und der polnischen Bergakademie Krakau um Johann Raith hat natürliche Goldverbindungen entdeckt, die in Europa bisher unbekannt waren: Gold-Oxy-Sulfide. Sie stammen aus Kupferlagerstätten in der östlichen Grauwackenzone, die sich von dem obersteirischen Gebirgszug Veitsch nach Salzburg zieht. Gold-Oxy-Sulfide wurden bisher nur in Australien gefunden. Sie enthalten Schwefel und Sauerstoff und sind im Gegensatz zu anderen Goldmineralen nur unterhalb von 250 Grad Celsius stabil. „ Gold-Oxy-Sulfide haben eine extrem niedrige Reflexion”, erklärt Raith, „deshalb werden sie beim Mikroskopieren leicht übersehen. Außerdem lösen sie sich bei der standardmäßigen Präparation der Anschliffe mit Wasser auf.”
Raith vermutet, dass die Verbindungen separat in vielen Gold-Lagerstätten vorkommen. Dies eröffnet zwar neue Möglichkeiten bei der Suche nach dem Edelmetall, wenn Gold-Oxy-Sulfide jedoch in Golderzen stecken, können sie erhebliche Probleme bereiten. Denn beim so genannten Cyanidlaugungsprozess, mit dem man das Gold aus den Erzen extrahiert, wird Wasserstoffperoxid als Katalysator zugegeben, um die Ausbeute zu erhöhen. Da Oxy-Sulfide leicht oxidierbar sind, verbrauchen sie den Sauerstoff und können dadurch den Goldgewinn drastisch senken.
Hans Groth





