Trinkversuche in der Fahrschule mit anschließenden Reaktions-Tests fördern das Bewusstsein gegenüber dem “Trinken am Steuer” nachhaltig. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Universität Bonn in Zusammenarbeit mit dem Rheinisch-Westfälischen TÜV.
Bei dem “Pilotprojekt Alkoholprävention bei Fahrschülern und Fahranfängern” unterzogen sich 583 Fahrschüler einem Trinkversuch und anschließendem Reaktionstest. Eine Woche später wurden die Erfahrungen mit Verkehrspsychologen diskutiert und erneute Reaktionstest – diesmal im nüchternem Zustand – durchgeführt. In den folgenden 24 Monaten befragten die Wissenschaftler um Dr. Stefan Poppelreuter, Leiter der Studie, die Probanden in regelmäßigen Abstäden zu ihrer Einstellung zu Alkohol und Alkoholkonsum im Straßenverkehr.
Erfreuliches Ergebnis: Auch zwei Jahre nach dem Trinkversuch bewerteten die Probanden Alkohol weitaus negativer und wußten erheblich mehr über die physiologsiche Wirkung als die Kontrollgruppe ungetesteter Fahranfänger. Vor allem Jugendliche, die sich im Vorfeld als besonders aufgeschlossen gegenüber Alkohol gezeigt hatten, wurden von der Studie angeregt. “Das ist genau die Zielgruppe, die wir erreichen wollen”, betont der Psychologe.
Erstaunlicherweise gaben die Testtrinker aber mehr Fahrten unter Alkoholeinfluss zu als die Mitglieder der Kontrollgruppe. “Vielleicht sind sie für das Thema Alkohol einfach stärker sensibilisiert und haben bereits solche Fahrten angegeben, die Mitglieder der Kontrollgruppe noch gar nicht als Alkoholfahrten deklariert hätten”, vermutet Poppelreuter. Tatsache ist, daß bei etwa 20 bis 40 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle Alkohol im Spiel ist. Gerade Fahranfänger neigen dazu, die Wirkung des Alkohols zu unterschätzen. Die Trinkversuche und Reaktionstest führen die Wirkung auf die Reaktionszeit klar vor Augen.
Weitere Informationen zu Alkohol im Straßenverkehr finden Sie im bdw-Newsarchiv.
Jutta Perkert





