Meist steht der Untergang der Dinosaurier am Ende der Kreidezeit im Fokus. Doch auch zuvor wurde die irdische Lebenswelt bereits von verheerenden Massensterben heimgesucht. Zu den fünf größten gehört die Zäsur am Übergang zwischen dem Trias- und dem Jurazeitalter. Schätzungen zufolge verschwanden dabei etwa drei Viertel aller Arten. Anschließend profitierten davon vor allem die Dinosaurier, die im Trias-Zeitalter viele freigewordene ökologische Nischen besetzten. Was die Ursache des Massenaussterbens vor rund 202 Millionen Jahren betrifft, scheint grundsätzlich ein massiver Vulkanismus verantwortlich gewesen zu sein, der sich in geologischen Formationen aus der Ära abzeichnet. Damals begann der Superkontinent Pangäa auseinanderzubrechen, der zuvor fast die gesamte Landfläche des Planeten umfasst hat. An den Bruchlinien müssen dabei gigantische Lavamengen sowie Gase aus dem Erdinneren an die Oberfläche getreten sein.
Wurde es zu heiß?
Man vermutete deshalb bisher, dass eine starke globale Erwärmung zu dem Massenaussterben geführt hat, die im Zuge der kontinuierlichen Freisetzungen von Kohlendioxid durch den intensiven Vulkanismus eingetreten war. Der Treibhauseffekt könnte die Temperaturen dann auf ein für viele Lebewesen unerträgliches Niveau gesteigert haben, so die Annahme. Die Studienergebnisse der Forschenden um Dennis Kent von der Columbia University in Palisades legen nun dagegen das Gegenteil nahe: Zumindest an Land könnte demnach eher Kälte statt Hitze zu dem Massenaussterben geführt haben.
Die Ergebnisse basieren dabei auf geologischen Untersuchungen von Formationen aus Basaltgesteinen in den USA, Kanada und Marokko, die den gewaltigen Lavaeruptionen vor rund 202 Millionen Jahren zugeordnet werden konnten. In der aktuellen Studie haben die Forschenden die Gesteine nun paläomagnetischen Analysen unterzogen. Dieses Verfahren kann Aufschluss darüber geben, in welchen Zeiträumen sich diese vulkanischen Ablagerungen gebildet haben. Entstanden diese großen Mengen Basalt sehr schnell, ist dies ein Hinweis auf sehr heftige, große Eruptionen. Genau das hat das Team nun auch festgestellt: Die Forschenden fanden Hinweise auf fünf starke Eruptionsereignisse in der frühen Phase der vulkanischen Entwicklung am Ende des Triaszeitalters. Wie sich zeigte, waren bei dem jeweiligen Gestein die magnetischen Teilchen auf die gleiche Richtung eingestellt. Wie das Team erklärt, ist dies ein Beleg dafür, dass die heftigen Lavaeruptionen innerhalb von weniger als 100 Jahren stattgefunden haben.
Vulkanische Winter zeichnen sich ab
Dies bedeutet somit: Der Vulkanismus am Ende des Triaszeitalters, war nicht nur ein kontinuierliches Brodeln über Jahrhundertausende hinweg, sondern umfasste heftige Eruptionspulse. Den Forschenden zufolge liegt dabei nahe, dass in den kurzen Zeitspannen schlagartig große Mengen an lichtreflektierenden Sulfatpartikeln in die Atmosphäre geschleudert wurden. Dies könnte zu einem plötzlichen globalen Winter geführt haben, wie es auch in der jüngeren Erdgeschichte zu verzeichnen war. So führten etwa die Sulfatpartikel-Emissionen im Rahmen des Ausbruchs des isländischen Vulkans Laki im Jahr 1783 zu erheblichen Abkühlungen mit Ernteausfällen in Europa. Die gigantischen Eruptionen am Ende des Triaszeitalters hatten dagegen globales Katastrophenpotenzial, sagen die Forschenden: Viele Lebewesen könnten den heftigen Temperaturstürzen nicht gewachsen gewesen sein und starben deshalb aus.





