Südafrika hat als erstes Land der Welt einen Ersatzstoff für Blut zugelassen. Die Lösung namens Hemopure kann wie die roten Blutkörperchen den lebenswichtigen Sauerstoff zum Gewebe transportieren. Mit Hemopure können nun blutarme Patienten nach Operationen behandelt werden, berichtet Carl Rausch, Geschäftsführer der Firma Biopure, die das Ersatzblut entwickelt hat.
Viele Forscher auf der ganzen Welt versuchen, künstliches Blut herzustellen. Natürliches Blut birgt Infektionsrisiken und hat eine Haltbarkeit von nur etwa 40 Tagen. Außerdem muss die Blutgruppe zwischen dem Spender und dem Empfänger stimmen.
Hemopure wird aus Rinderblut hergestellt. Aus dem Blut wird dann das Eiweiß Hämoglobin gereinigt und chemisch vernetzt. Laut Rausch kann durch die aufwändige Reinigung keine Rinderkrankheit auf den Menschen übertragen werden, auch nicht der Rinderwahnsinn (BSE). Das bezweifeln allerdings manche Forscher. Sie befürchten, dass so neue Krankheiten auf den Menschen übertragen werden könnten.
Hemopure kann zwei Jahre lang bei Raumtemperatur gelagert werden. Die Blutgruppe des Patienten spielt keine Rolle. Nach Angaben von Biopur sind die Nebenwirkungen auch nicht stärker als bei den gängigen Bluttransfusionen. Die Firma will sich noch in diesem Jahr um eine Zulassung in den USA und Europa bemühen.
Marianne Diehl





