Ob der Ausbruch einer Alzheimer-Erkrankung mit seelischem Stress zusammenhängt – darüber wurde unter Experten schon mehrfach spekuliert. Jetzt belegt eine Studie argentinischer Forscher, dass es diesen Zusammenhang tatsächlich gibt. Die Neurologen um Edgardo Reich von der Universität Buenos Aires hatten 107 Patienten befragt, die im Durchschnitt 72 Jahre alt waren und bei denen zwei bis drei Jahre zuvor eine leichte bis mittlere Alzheimersche Demenz diagnostiziert worden war. Es zeigte sich, dass 73 Prozent der Patienten kurz vor Ausbruch ihrer Erkrankung schweren emotionalen Belastungen ausgesetzt gewesen waren: Viele hatten den Verlust eines Partners oder eines Kindes zu verkraften, aber auch Unfälle oder Geldsorgen. Bei einer 76-köpfigen Kontrollgruppe, die gesund war und der Alzheimergruppe im Alter und in der Geschlechterverteilung entsprach, hatten nur 24 Prozent derartiges erlitten.
Für Reich sind die Ergebnisse ein Hinweis darauf, dass Stress den krankhaften Abbau des Gehirns vorantreibt. „Stress ist zwar nicht der Auslöser von Demenz”, erklärt er, „dürfte aber eine erhebliche Rolle dabei spielen.” Der Wissenschaftler vermutet, dass das über Veränderungen im Hypothalamus geschieht. Diese Gehirnregion ist sowohl am Gedächtnis als auch an Emotionen beteiligt.





