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Steine und Menschen
Wer schon einmal vor Stonehenge, den Menhiren von Carnac oder einem Dolmengrab stand, hat vermutlich gestaunt: Wie haben die Menschen der Jungsteinzeit das nur gebaut? Ohne Maschinen und Motoren, allein mit einfachen Werkzeugen und Muskelkraft?
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von KLAUS-DIETER LINSMEIER
Wer schon einmal vor Stonehenge, den Menhiren von Carnac oder einem Dolmengrab stand, hat vermutlich gestaunt: Wie haben die Menschen der Jungsteinzeit das nur gebaut? Ohne Maschinen und Motoren, allein mit einfachen Werkzeugen und Muskelkraft?
Die Antwort der Prähistoriker lautet: Einen Menhir zu errichten oder ein Hügelgrab zu bauen, das war vor allem die Leistung einer gut kooperierenden Gemeinschaft.
Denn wer mit den steinernen Kolossen beschäftigt war, fehlte auf dem Acker und im Stall, musste aber gleichwohl essen und trinken. Wer hat das organisiert? Jäger und Sammler kannten wohl nur wenige Rangstufen, auch das Leben in einem kleinen Weiler oder Dorf kam noch mit recht „egalitären“ Strukturen aus. Aber genügte das, um monumentale Bauprojekte zu schultern, oder sind die nicht schon ein Anzeichen ausgeprägter Hierarchien?
Der Griff nach der Natur
Fragen wir zunächst danach, warum diese Monumente überhaupt entstanden sind. Viele Prähistoriker erkennen in den Megalithen ein Mittel, Landschaft zu gestalten. Bevor die Landwirtschaft zum bestimmenden Faktor der Lebensweise wurde, griffen Menschen kaum in die Natur ein. Nun aber wurden Bäume und Sträucher niedergebrannt, um Häuser zu bauen und Felder anzulegen. Vieh weidete in den Wäldern und fraß die nachwachsenden Schößlinge. Europas Landschaft öffnete sich mehr und mehr. Die Veränderung war den Menschen wahrscheinlich bewusst, denn um mit ihren einfachen Mitteln zu überleben, mussten sie ihre Umwelt sehr genau beobachten und entsprechend handeln. Als sichtbare Zeichen für ihre Aneignung der Landschaft platzierten sie Menhire und Dolmen, so die Vermutung.
Wie dramatisch solche Eingriffe ins Landschaftsbild gewirkt haben mögen, können wir heute kaum ermessen. Denn eine Innovation jener Epoche ist für uns längst Alltag geworden: die Linie. Ob als Gerade oder als Bogen zwingt sie der Natur eine unnatürliche Ordnung auf. Megalithische Alleen, Steinkreise und Gräber symbolisierten daher auf radikale Weise, dass der Mensch begonnen hatte, sich seine Umwelt anzueignen. Damit waren die Steinkolosse überdies prädestiniert, das Territorium einer Gemeinschaft zu markieren und allen konkurrierenden Gruppen deutlich zu machen: Das gehört uns!
Der Umgang mit den Steinriesen
Um den Arbeitsaufwand abzuschätzen, den Hinkelstein und Hünengrab erforderten, trugen Ethnologen Beobachtungen und Erfahrungsberichte zusammen. Einige Archäologen griffen selbst zu Feuersteinmeißel und -hammer, um die Frage zu beantworten: Was brauchte es, um ein Ganggrab zu bauen? Auf jeden Fall war ein Bauplatz zu präparieren. Das bedeutete, Erde und Steine wegzuschaffen und Gruben auszuheben, die später den Steinblöcken Halt geben sollten.
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Doch woher kamen diese? Nur in Norddeutschland und Skandinavien konnte man vielerorts auf große Findlinge zurückgreifen, die von den Gletschern der Eiszeit herbeigeschafft worden waren. Andernorts musste man Blöcke aus Felsen herausbrechen. Dass das mit Meißeln und Hämmern aus Feuerstein tatsächlich gelingen konnte, verrät ein Seitenblick ins Alte Ägypten. Um Pyramiden und Tempel zu bauen, schlugen Arbeiter dort Abertausende tonnenschwerer Steinblöcke aus Steinbrüchen. Die Werkzeugspuren verraten: Sie hauten Rinnen rund um den geplanten Quader in den Stein, Splitter für Splitter, immer tiefer, bis er sich endlich mit Stangen herausbrechen ließ.
Nun folgte der Transport. Experimente zeigen: Der konnte nur gelingen, wenn man die Reibung mit dem Erdboden verringerte. Hölzerne Rollen aus Baumstämmen etwa taugten erst nach dem Abschälen der Rinde und dem Glätten des Holzes. Überraschenderweise leistete auch Stroh gute Dienste, sofern man die Halme in Bewegungsrichtung auslegte. Schlitten verringerten den Krafteinsatz ebenfalls.
Um auf dem Bauplatz etwas in die Höhe zu wuchten, was aufrecht stehen sollte, brauchte man vor allem Geduld. Thor Heyerdahl hat es 1957 auf den Osterinseln vorgemacht: Mit zwölf Personen und zwei Holzstangen richtete er in 18 Tagen eine gut dreißig Tonnen schwere Statue auf, und zwar Stückchen für Stückchen. Jede Lücke wurde sofort mit Steinen ausgefüllt, bis der Koloss schließlich in einem letzten Kraftakt in seine Fundamentgrube rutschte. Andere Experimentatoren verwendeten zudem Seile und hölzerne Rampen sowie Erde als Füllmaterial, das Ergebnis war aber letztlich vergleichbar.
Auf diese Weise ließen sich auch bei einem großen Ganggrab die Wände von Kammer und Galerie aufbauen, anschließend baute man darum herum Trockenmauern aus Bruchsteinen und begann, den Hügel aufzuschütten. Irgendwann bot der eine schiefe Ebene, um die Deckplatten heraufzuziehen und auf Kammer beziehungsweise Gang abzulegen. Nun fehlte nur noch das Topping aus noch mehr Erde und noch mehr Geröll, und das Werk war vollbracht.
Immenser Aufwand
Der Kieler Prähistoriker Johannes Müller nutzte Ende der 1990er-Jahren die in verschiedenen Experimenten ermittelten Daten, um den Arbeitsaufwand einiger Megalithanlagen ganz konkret zu berechnen. Das Ganggrab Kleinenkneten I nahe Oldenburg war zwischen 3600 und 2800 v.Chr. aus 86 Großsteinen errichtet worden, davon wogen 78 jeweils etwa zwei, andere bis zu 42 Tonnen. Der Steinbruch lag gut einen Kilometer entfernt. Aus der näheren Umgebung kamen wohl die mehr als 400 Tonnen Geröll und Erde für den Grabhügel. Müller errechnete insgesamt gut 76.000 Mannstunden, wobei mehr als die Hälfte für den Transport anfielen. 2015 rechnete die Archäologin Eva Rosenstock, heute an der Universität Bonn, noch einmal neu, indem sie miteinbezog, dass im Laufe des Neolithikums auch Karren und Zugochsen zur Verfügung standen. Ihr Ergebnis war: Es wären nicht mehr als 13.000 Mannstunden eingespart worden. Der Transportaufwand hätte sich zwar verringert, doch es wäre neuer Aufwand, etwa durch die Versorgung der Tiere, dazugekommen. Es blieb ein immenser Aufwand für die Menschen.
Und diese Grabanlage gehört noch zu den Leichtgewichten unter den Megalithkomplexen. Für den wohl zwischen 2500 und 2000 v.Chr. errichteten Steinkreis „Ring of Brodgar“, einem Verwandten von Stonehenge auf den Orkneys, errechnete Müller ganze 185.000 Mannstunden.
Wer also veranlasste diese gewaltigen Investitionen? Wer entschied, welcher Bauer seinen Acker verlassen musste, um sich stattdessen an großen Felsen abzuarbeiten? Und warum ließ der sich darauf ein, wenn das Überleben seiner Familie existenziell von dem Ertrag seiner Felder und Ställe abhing?
Hinweise auf frühe Eliten
Tatsächlich lassen Grabbeigaben vermuten, dass manche Personen gleicher waren als andere. Schon in den Megalithgräbern der frühen Jungsteinzeit entdeckten Archäologen Beile und Schmuck aus Jade oder aus dem ebenfalls grün schimmernden Variscit. Dergleichen hatte keinen praktischen Nutzen, war aber schön anzusehen. Vor Ort gab es diese Steine nicht: Die Jade kam aus Norditalien, Variscit zum Beispiel aus Andalusien. Wer also ein Jadebeil sein Eigen nannte, trug sozusagen die Rolex der Jungsteinzeit. Doch in den wenigen heute bekannten Siedlungen wurde kein direkter Hinweis auf ausgeprägte Hierarchien gefunden.
Eine der möglicherweise ältesten Niederlassungen ist Le Peu an der französischen Atlantikküste. Das Team um Vincent Ard von Traces, dem archäologischen Forschungslabor der Universität Toulouse, datiert die Anfänge des Dorfes auf etwa 4400 v.Chr. Sollte sich das bestätigen, wäre Le Peu zeitgleich zu den nahen Megalithgräbern des etwa 2,5 Kilometer entfernten Tusson. Der Ort lag in einer Flussschleife, was ihn gut vor Angriffen schützte, zudem riegelte ein flacher Graben, vor allem aber eine doppelte Palisade samt Bastionen den Zugang von Land her ab. Das bedeutet also, die Zeiten waren mitunter gefährlich.
Dasselbe verraten auch jungsteinzeitliche Massengräber. Berühmt wurde etwa das Grab von Talheim bei Heilbronn: 34 Männer, Frauen und Kinder waren dort vor mehr als 7.000 Jahren erschlagen und in einer Grube verscharrt worden. Sie gehörten zur bandkeramischen Kultur, die aus Südosteuropa kommend die neolithische Lebensweise mitgebracht hatte.
Doch wenn die Ernten allzu spärlich ausfielen und Hunger drohte, wurden manche Bauern wohl wieder zu Jägern. Nur dass ihre Beute die Nahrungsvorräte anderer Bauern waren, vielleicht auch ihre Frauen. Dass die Zeiten endgültig vorbei waren, in denen man sich einfach aus dem Wege gehen konnte, verraten auch die Grabbeigaben in den Gebieten der Trichterbecherkultur: Etwa ab 3000 v.Chr. wurden mehr Waffen mit auf die letzte Reise geschickt als Konsumgüter.
Doch zurück nach Frankreich und in das 5. Jahrtausend. Im Innern von Le Peu erzählen Pfostenspuren von vier rechteckigen Holzhäusern, jedes etwa 13 Meter lang. Deren Wände bestanden vermutlich aus verputztem Flechtwerk, die Dächer waren mit Reet gedeckt. Die Ausgräber entdeckten Scherben, Flintstein, Tierknochen und Gruben, in denen einst vielleicht Herdfeuer brannten. Es spricht also vieles dafür, dass man in diesen Häusern keine Kulte oder Versammlungen abhielt, sondern darin wohnte.
Vincent Ard glaubt, dass die Megalithgräber von Tusson der Repräsentation der reicheren Familien von Le Peu dienten. Im Dorf selbst schlug sich ihr Wohlstand wohl nur in der etwas erhöhten Platzierung ihrer Häuser nieder.
Zeichen von Erfolg und Macht
Megalithen sind ein Phänomen, das sich nicht auf Europa und nicht nur auf die Jungsteinzeit beschränkt. Das ermöglicht interessante Vergleiche. Im Hochland Sumatras etwa entstanden einzelne Menhire und kleinere Steinkreise erst im 7. Jahrhundert n.Chr. Sie markierten dort die Territorien gut gestellter Dörfer, die das Königreich Srivijaya im Tiefland mit Gold versorgten. Beim Volk der Niha in Indonesien wurden Megalithen bis Anfang des 20. Jahrhunderts etwa zur Ehrung von Toten verwendet.
In Nordostindien war das Errichten steinerner Monumente bei den Stämmen der Naga noch im gesamten 20. Jahrhundert Brauch. Die Ethnoarchäologin Maria Wunderlich von der Universität Kiel interviewte vor wenigen Jahren noch lebende Zeitzeugen, um die Zusammenhänge von Megalithik und Gesellschaft zu ergründen.
Ihr offenbarten sich komplexe gesellschaftliche Strukturen, die möglicherweise auf die europäische Jungsteinzeit übertragbar sind. Die soziale Grundeinheit war stets die Familie aus Mutter, Vater und Kindern, darüber lag die Verwandtschaftslinie, die mit gemeinsamen Vorfahren begann, aus den Linien bauten sich Clans auf. Diese organisierten gemeinschaftliche Aufgaben und wiesen Rechte und Pflichten zu. Wurde eine Dorfgemeinschaft nicht von einem Häuptling regiert, entschied ein ausgewähltes Gremium über kommunale Bauvorhaben oder Krieg, ein Priester hatte den Vorsitz inne.
In rituellen Festen erlebte die Gemeinschaft ihren Zusammenhalt. Das Wichtigste war das „Fest der Verdienste“. Wer eine Familie gründete, sein Haus bezog und zum ersten Mal den Acker bestellte, musste es ausrichten. Dabei waren verschiedene Phasen zu durchlaufen, das Fest endete mit dem Aufstellen von Megalithen.
Dafür wählten der Ausrichter des Festes und mit ihm verbundene Personen die Steine aus. Das Vorkommen lag auf Dorfbesitz, meist in der Nähe eines Flusses und zwei bis drei Kilometer entfernt. In der folgenden Nacht hofften die Beteiligten auf Träume, die ihnen die Namen der Steine nannten. Am Tag darauf wurden diese auf Schlitten verladen und an den Ort ihrer Aufstellung gebracht, wo man sie mit Seilen und Stangen aufrichtete.
Mitunter halfen dabei mehr als 100 Personen, in eine Tracht gekleidet, die ihren sozialen Rang deutlich machte. Die Zahl hing nicht allein von der zu bewältigenden Größe des Steins ab, sondern auch vom Charisma des Ausrichters, ebenso von seinem Vermögen, da er die Helfer bewirten musste. Je größer aber das Monument und je aufwendiger das Fest, desto mehr Verdienst erwarb er, desto größer war später sein Einfluss.
Prähistoriker wie Wunderlich schlussfolgern aus solchen Beobachtungen, dass megalithische Monumente eine gesellschaftliche Identität definierten: Wir gehören zu einer Gemeinschaft, die dieses Monument gebaut hat. Wie man sich überall im Nagaland noch lange an das Fest erinnern würde, bei dem dieses oder jenes Steindenkmal am Ende entstand, wussten auch die Menschen, die an einem Dolmen vorbeikamen, was man sich über seine Errichtung erzählte.
Das galt auch für einfache Bauern, die nicht den Hauch einer Chance hatten, in einem von ihnen mühevoll erbauten Grab eines Tages selbst beigesetzt zu werden. Sie hatten für ihre Elite geschuftet, und tatsächlich boten ihnen dieser Einsatz und das Ergebnis eine gesellschaftliche Identität. Und von der Größe des errichteten Monuments strahlte nicht nur etwas auf den Auftraggeber, sondern auch auf sie zurück und verband beide als starke Gemeinschaft.
Letzten Endes bleiben all diese Ideen jedoch Spekulation. Neue Fakten zur neolithischen Gesellschaft liefern aber die Naturwissenschaften.
Hinweise auf Herrscherdynastien
Seit einigen Jahren gewinnt die Analyse von aus Skelettresten gewonnener Erbsubstanz, sogenannter aDNA (ancient DNA) an Bedeutung. So rekonstruierte ein Team um die irische Archäogenetikerin Lara Cassidy vom Trinity College in Dublin 43 Genome von Neolithikern, die in Ganggräbern auf der grünen Insel beigesetzt worden waren. Cassidy entdeckte Verwandtschaften, die über Distanzen von 150 Kilometern reichten. Zudem verrieten Stickstoffisotope, dass diese Personen stets gut zu essen hatten. Gehörten sie möglicherweise zu einer Art Nobilität?
Auch ein überraschender Befund aus dem Ganggrab Newgrange passte nach Meinung der Forscherin sehr gut in dieses Bild: Das Team entdeckte einen Fall von Inzest!
Newgrange war mit 200.000 Tonnen Erde und Stein und einem Durchmesser von etwa 90 Metern eines der größten Hügelgräber Europas. Ein Gang führte mehr als 30 Meter tief in den Hügel hinein und endete in einer kreuzförmigen Kammer. Dort gab es eine dekorierte Nische, in der man Gebeine sorgfältig deponiert hatte. Dazu gehörte ein Schädel, der es in sich hatte.
Denn seiner aDNA nach waren die Eltern jenes Mannes entweder Geschwister oder ein Elternteil, der die sonst durch Tabus gesetzten Grenzen überschritten hatte.
2020 wagte sich Cassidy weit aus dem Fenster und spekulierte, Newgrange sei möglicherweise das Grabmal einer Herrscherdynastie von Gottkönigen. Wie im pharaonischen Ägypten oder bei den Inka hätte dieser Status sie nicht nur der üblichen Tabus enthoben, sondern den Inzest sogar zur Notwendigkeit erklärt – es galt, die Blutlinie reinzuhalten. Dazu passt eine Legende, die man sich wohl seit dem Mittelalter über Newgrange erzählt: Ein König habe dort Tag für Tag den Sonnenlauf gestartet, indem er mit seiner Schwester schlief.
Freilich ist Vorsicht angebracht, ein Einzelfund allein genügt nicht als Beweis für ein jungsteinzeitliches Gottkönigtum.
Die Mädchen mussten gehen
Weniger spektakulär als in Newgrange sind die Analysen zweier anderer Grabstätten. Hazleton North ist ein lang gezogener Cairn mit sieben Grabkammern im englischen Gloucestershire; Gurgy im Pariser Becken ist dagegen ein Friedhof ohne jedwede monumentale Architektur. Entsprechend liegt nahe, dass in Hazleton North Menschen mit einer besonderen gesellschaftlichen Stellung beigesetzt wurden, in Gurgy hingegen das einfache Volk.
Archäogenetiker haben aus beiden Begräbnisstätten Genome aus aDNA rekonstruiert und daraus Stammbäume ermittelt, die bei Hazleton North fünf, bei Gurgy sieben Generationen zurückreichen. Es zeigte sich, dass die britischen Männer mehrere Frauen geehelicht hatten, während in der zu Gurgy gehörenden Siedlung Monogamie herrschte. Das kann viele Gründe haben, einer davon wäre tatsächlich: Die in Hazleton North Bestatteten waren reich genug, mehrere Frauen zu versorgen. Sie gehörten zu einer deutlich abgegrenzten Elite.
Ansonsten aber gleichen sich die Ergebnisse. Die einzige Hierarchie, die sich in ihnen spiegelt, ist eine gesellschaftlich schwächere Rolle der Frau.
In beiden Nekropolen zog sich die männliche Linie durch jeden erstellten Stammbaum. Die Männer blieben zusammen, während die Ehefrauen stets von außen kamen.
Und immer fehlten Gebeine älterer Töchter. Offenbar verließen sie im Gegenzug ebenfalls ihre Familien, um anderswo einzuheiraten. Dieses Exogamie genannte Phänomen bedeutete für die Mädchen: Unabhängig davon, ob sie zu einer Elite gehörten oder zum gemeinen Volk, es erwartete sie ein ungewisses Schicksal in der Fremde. Was mag sie bewegt haben, als sie auf dem Weg in ihre neue Gemeinschaft deren Megalithen erblickten? Heimweh? Hoffnung?
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