Zu den experimentellen nicht-medikamentösen Therapien gegen die Alzheimer-Demenz gehören die Gentherapie und auch die Transplantation von Stammzellen in das Gehirn von Alzheimer-Patienten. Zwar wurden solche Versuche an einer kleinen Zahl von Freiwilligen bereits durchgeführt. Es gibt aber keine Studie, die den vermeintlichen Nutzen dieser riskanten Eingriffe ins Gehirn beweisen könnte. Mark Tuszynski vom Center for Neural Repair der University of California in San Diego hat 2003 nach 15-jähriger Vorbereitung die ersten acht Patienten gentherapeutisch behandelt. Einer starb bei dieser Prozedur. Obwohl sich der geistige Zerfall bei den anderen sieben zunächst verlangsamte, hat Tuszynski die Versuche entgegen seiner damaligen Ankündigung nicht weiterverfolgt.
In Deutschland bewirbt das private X-Cell-Center mit Sitz in Köln und Düsseldorf eine 7545 Euro teure „Stammzellenbehandlung der Alzheimer-Krankheit”. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie warnt jedoch eindringlich vor solchen Eingriffen. Die Risiken seien hoch und der Nutzen nicht nachgewiesen, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme des Fachverbandes. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man die Alzheimersche Krankheit mit einer Zelltherapie überhaupt beeinflussen kann”, sagt Rudolf Jaenisch vom Whitehead-Institute für biomedizinische Forschung in den USA. Stammzellen seien zwar ein wichtiges Hilfsmittel auf der Suche nach neuen Arzneien. „Ein Luftschloss” ist jedoch laut Jaenisch die Hoffnung, Alzheimer-Patienten durch die Transplantation von Stammzellen ins Gehirn helfen zu können.





