In den Spektren ferner Quasare – also der ultrahellen Zentren jugendlicher Galaxien – stecken wertvolle Informationen zur Geschichte des Universums. Bereits 1965 hatten die Astronomen James Gunn und Bruce Peterson vorausgesagt, dass neutraler Wasserstoff eine tiefe „Mulde” im Dickicht der Absorptionslinien des ionisierten Wasserstoffs hinterlassen müsste. Inzwischen wurde dieser Gunn-Peterson-Effekt bei weniger als eine Milliarde Jahre alten Quasaren tatsächlich beobachtet. So ist bei dem Quasar J103027.10+052455.0 (unterer Teil der Grafik) die Intensität der Strahlung bei bestimmten Wellenlängen nicht einmal ein Zehntel so groß wie bei dem nicht so weit entfernten Quasar J104433.4–012502.2 (oben). Aus dem Gunn-Peterson-Effekt schließen Astrophysiker, dass der intergalaktische Wasserstoff 500 Millionen Jahre nach dem Urknall noch überwiegend neutral war, eine Milliarde Jahre nach dem Urknall jedoch größtenteils ionisiert. Ob diese sogenannte Reionisation, bei der die Wasserstoff-Atome ihre Elektronen verloren haben, von der ersten Sterngeneration verursacht wurde, gehört zu den wichtigsten Fragen der modernen Kosmologie.





