„7 Halte ich für eine tolle Zahl. Die ist viel besser als 6.” Ich saß mit meiner Tochter Maria nach dem Abendessen im Garten, als sie mich mit diesem Satz überraschte. Klar, sie war gerade 7 Jahre alt geworden, und darauf war sie unglaublich stolz. Die 6-Jährigen waren viel kleiner und gingen in die erste Klasse, während sie schon zu den Großen in der zweiten gehörte.
Ich versuchte sie herauszufordern: „7 ist wirklich eine wunderbare Zahl. Die kommt nicht nur bei dir vor, sondern in der ganzen Welt.”
„Das Beste ist aber, dass ich 7 bin.” Wo sie recht hatte, hatte sie recht.
„Aber denk doch mal an die 7 Zwerge …”
„… hinter den 7 Bergen mit ihren 7 Tellerchen und Löffelchen”, machte Maria weiter. „Ach ja, und die 7 Geißlein, 7 auf einen Streich. 7 ist die Märchenzahl!”
„Das ist richtig. Aber 7 hat noch andere Bedeutungen.” Ich wollte ihr auf eine neue Spur helfen: „An welchem Tag wurdest du 7?”
„Letzten Montag.”
„Und wann ist dein Geburtstag nächstes Jahr?”
„Am Dienstag – Ah! Die Woche hat 7 Tage!”
Und jetzt fiel ihr immer mehr ein: „Mama sagt immer ‚Pack deine 7 Sachen‘.” Und in Religion haben wir die Geschichte von Joseph gelesen, wie er dem Pharao die 7 fetten und die 7 mageren Jahre vorhersagte, weil er von den 7 fetten und den 7 mageren Kühen geträumt hatte.”
Maria schloss: „7 ist wirklich eine super Zahl.”
„Manche Zahlen kommen auch in der Natur vor”, wechselte ich das Thema.
Maria schaute mich staunend an. Ich half ihr: „Zum Beispiel Kleeblätter.”
„Aha, 3. Oder 4!”
„Genau. Die Zahlen 3 und 4 kommen häufig in der Natur vor. Auch die Zahl 5.”
„Wo denn?”
„Wenn du einen Apfel quer durchschneidest, geht das Kerngehäuse in 5 Richtungen. Und die 6 siehst du bei den Bienenwaben.”
„Gut”, sagte Maria, „wir haben 3, 4, 5 und 6. Jetzt kommt 7.”
„Nein”, musste ich ihr widersprechen.
„Was nein?”
„Nein, weil die Zahl 7 in der Natur praktisch nicht vorkommt. Kaum eine Blüte hat 7 Blütenblätter, kein Zweig hat 7 Blätter.”
„Obwohl”, musste ich nach einer Weile zugeben, „manchmal hat ein Zweig 3 Blätter rechts und 3 Blätter links und eines an der Spitze.”
Doch Maria hatte es kapiert: „Das gilt nicht.”
Nach einigen Sekunden fragte sie: „Warum ist die 7 dann so besonders?”
„Das liegt an der Mathematik.”
„Das glaubst du doch selbst nicht!”
„Doch, und zwar liegt das an genau zwei Dingen.”
„Die wären?”
„Das eine ist eine Eigenschaft der 7. Man kann sie nämlich nicht aufteilen. Nicht in 2er-Päckchen, nicht in 3er-Päckchen. Und in 4er-, 5er- oder 6er-Päckchen schon gar nicht. Immer bleibt ein Rest. Solche Zahlen nennt man Primzahlen.”
„Das hast du mir schon mal erzählt. Wie 3 und 5.”
„Genau so ist es. Das andere liegt an der Zahl 6.”
„Papa! Du wolltest doch die 7 erklären.”
„Ja, schon. Aber die 7 liegt direkt neben der 6. Und die 6 ist eine ganz andere Zahl. Man kann sie in 2er- und in 3er-Päckchen ohne Rest aufteilen. Sie hat 2 echte Teiler. Das ist für so eine kleine Zahl ganz schön viel. Denn schau dir mal dagegen die 4 an: Sie hat nur einen echten Teiler, nämlich die 2.”
„5 und 7 haben gar keinen Teiler. 8 …”, sie überlegte einen Moment, „hat auch 2 Teiler. Und 9 hat nur einen einzigen.”
„Sehr gut. Erst die 12 hat mehr Teiler. Und das Besondere an der Zahl 7 ist, dass sie einerseits eine Primzahl ist, also eine Zahl, mit der man beim Teilen gar nichts anfangen kann, und dass sie andererseits direkt neben der 6 liegt, die man super teilen kann.”
Maria hörte sich das an, überlegte einen Moment und meinte dann nach einer Weile trocken: „Das hab ich doch gleich gesagt: 7 ist 1 mehr als 6.”





