Und das ist noch nicht alles. Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass ausreichend Schlaf maßgeblich dazu beiträgt, das Körpergewicht in Grenzen zu halten. Oder plakativ formuliert: Schlafmangel macht dick. Erkenntnisse dazu liefert unter anderem eine Studie von Wissenschaftlern der University of Chicago, die zu dem Ergebnis kommt, der nächtliche Schlummer habe zwar keine unmittelbare Auswirkung auf das Abnehmen an sich, entscheide jedoch darüber, ob für die Energieproduktion eher ungeliebtes Fett oder wichtige Muskeln herangezogen werden. In einem aufwendigen Versuch stellten die Forscher fest, dass schon drei Stunden weniger Schlaf pro Nacht den Fettverlust um 55 Prozent verringern.
Grund dafür könnte die bei Schlafmangel erhöhte Freisetzung des Stresshormons Cortisol sein, das dem Körper dabei hilft, seine Muskelproteine als schnelle Energiequelle anzuzapfen. Eine wichtige Rolle spielt zudem das „Sättigungshormon“ Leptin, das im Gegensatz zu seinem tagsüber ausgeschütteten Gegenspieler Ghrelin größtenteils während des Nachtschlafs von den Fettzellen des Körpers produziert wird. Es unterdrückt den Appetit und verhindert so, dass ein zunehmendes Hungergefühl den Schläfer weckt. Wird die Freisetzung dieses Hormons behindert, indem man frühmorgens aus dem Bett steigt, bevor man ausgeschlafen ist, führt das nachweislich zu einem steigenden Verlangen nach Essbarem.
In einer schwedischen Studie wurden Probanden, die mithilfe einer Diät ihr Gewicht zu reduzieren versuchten, in zwei Gruppen geteilt. Die eine Gruppe durfte jede Nacht acht Stunden schlafen, die Teilnehmer der anderen wurden bereits nach fünf Stunden geweckt. Schon nach einer Woche zeigte sich, dass die Abnehmebemühungen der Kurzschläfer im Gegensatz zu denen der Acht-Stunden-Schlummerer erfolglos geblieben waren – und das bei identischer Nahrungsaufnahme.
Fazit: Wer sein Körpergewicht halten oder gar reduzieren will, sollte nicht nur weniger essen und sich tagsüber mehr bewegen, sondern auch für ausreichenden Nachtschlaf sorgen.





