Jugendliche erholen sich psychisch von einer Trennung ihrer Eltern, ihre Schulleistungen hingegen verschlechtern sich zunehmend. Das ist das Ergebnis einer amerikanischen Langzeitstudie, über die das Fachblatt “Journal of Marriage and Family” in seiner Maiausgabe berichtet.
Die Wissenschaftler um Yongmin Sun von der staatlichen Universität von Ohio in Columbus bezogen 10000 Jugendliche in ihre Studie mit ein. Die Forscher werteten Tests aus, die drei und ein Jahr vor der Trennung, sowie ein und drei Jahre danach durchgeführt wurden. Gegenstand der Tests waren Schulleistungen und das psychische Wohlbefinden der Jugendlichen. Im Mittel waren die Jugendlichen 16 Jahre alt, als sich ihre Eltern trennten.
Bereits ein Jahr vor der Trennung verschlechterte sich das Selbstbewusstsein der Jugendlichen und sie meinten, weniger Kontrolle über ihr Leben zu haben. Auch ein Jahr danach ging es den Scheidungswaisen schlecht, dann aber verbesserte sich ihr Befinden deutlich. Die Ergebnisse im Leistungstest hingegen lagen bereits drei Jahre vor der Scheidung unter denen ihrer Mitschüler aus intakten Familien und verschlechterten sich über den gesamten Studienzeitraum.
Die Forscher erklären die Ergebnisse damit, dass die Jugendlichen durch die familiären Belastungen im Unterricht zurückfallen und den Stoff später nicht mehr nachholen können. Möglicherweise würden die schwachen Leistungen von Lehrern und Schülern auch als Zeichen mangelnder Begabung gesehen werden und so die Schüler dauerhaft demotivieren.
Florian Sander





