Rone, Rande, Rahne, Rotmöhre, Ranne, Salatrübe, Runkelrübe, Rote Rübe – viele Namen, eine Knolle. Das ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Knollengemüse wird bei uns in Mitteleuropa seit dem späten Mittelalter angebaut. Was viele nicht wissen: Die Rote Bete gehört zur gleichen Pflanzenart wie Mangold, Zuckerrüben und die als Tierfutter angebauten Futterrüben. Alle diese Rübenvarianten wurden aus demselben wilden Vorläufer gezüchtet und bilden heute zusammen eine Unterart der Rübe Beta vulgaris. Anders als es ihr Name suggeriert, muss die Rote Bete aber nicht immer rot sein: Es gibt auch Sorten in Gelb oder mit Streifen. Auch die Blätter der Roten Bete sind übrigens essbar und eigenen sich gut im Salat oder als Gemüse.
Wie baut man Rote Bete an?
Wer möchte, kann die Rote Beete auch einfach selbst anbauen. Aussäen kann man die Samen noch bis in den Juni hinein, am besten zwei bis drei Zentimeter tief in lockeren, humusreichen Boden. Im Garten sollte man 30 bis 35 Zentimeter Platz zwischen den Reihen lassen und bis zu zehn Zentimeter zwischen den einzelnen Samen – nur dann haben die Pflanzen genügend Platz, um große Knollen zu bilden. Diese benötigen rund drei bis vier Monate zum Heranwachsen, je nach Saatzeitpunkt können wir sie daher von Juli bis Oktober ernten.
Auf dem Balkon hat die Rote Bete zwar meist zu wenig Platz für Knollen, lässt sich aber als „Babybete“ für Salat, Gemüse oder Smoothies züchten. Dann sät man die Samen in Balkonkästen und mit weniger Abstand. Sobald die Blätter sprießen, können wir die ersten von ihnen ernten. Dabei entfernt man immer die äußeren Blätter und lässt den zentralen Spross intakt. Dann treiben die Pflanzen immer wieder neue Blätter aus und liefern uns über Wochen hinweg gesundes Grün.
Warum ist Rote Bete so wertvoll?
Rote Bete enthält sehr viele Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe wie Eisen und Zink. Eisen ist wichtig für die Bildung von Blut und wirkt somit gegen Müdigkeit. Damit der Körper das Eisen gut aufnehmen kann, kann man Zitronensaft mit viel Vitamin C dazu essen. Der Bete-Farbstoff Betanin stärkt das Immunsystem, Leber und Galle und reduziert den Cholesterinspiegel. Das enthaltene Nitrat kann die sportliche Leistung steigern. Rote Bete ist außerdem fett- und kalorienarm.
Zudem ist das Wurzelgemüse im Anbau relativ anspruchslos. Da Rote Bete fast immer regional verfügbar ist und sich gut lagern lässt, gilt sie als besonders nachhaltige Wahl. Im Kühlschrank halten sich die Knollen bis zu vier Wochen.
Vorsicht ist jedoch beim Verarbeiten der Roten Bete geboten: Beim Schälen und Schneiden färbt die Knolle stark ab. So sind Hände und Schneidebrett schnell rot bis violett, Flecken in Textilien sind oft hartnäckig. Das liegt am Pflanzenfarbstoff Betanin, der nach dem Verzehr auch den Urin rötlich färben kann. Am besten trägt man Einmalhandschuhe, um die hartnäckige Verfärbung der Hände zu verhindern.






