Wieder einmal dient die Natur der Wissenschaft als Vorbild für technische Neuerungen. Forscher der Technischen Universität Berlin, der Hochschule Hannover und des Alfred-Wegener- Instituts in Bremerhaven wollen jetzt Schiffe mit einem Rostschutz ausstatten, den sie der Haut von Delphinen abgeschaut haben. Sie produziert nämlich bestimmte enzymatische Substanzen, mit deren Hilfe marine Kleinstlebewesen, die sich an den Meeressäugern ansiedeln wollen, abgestoßen werden. Auf der Delphinhaut bildet sich ein dünner Gel-artiger Film, an dem das Wasser widerstandslos entlangströmen kann. Die Forscher sind sicher, daß diese „selbstreinigende Oberfläche” den Schiffsbau revolutionieren wird, da das Prinzip auch auf andere Stoffe übertragen werden kann. Am Schiffsrumpf setzen sich normalerweise Mikroben, Algen oder Seepocken fest. Dieses sogenannte Biofouling verursacht Rostfraß und läßt außerdem durch den höheren Widerstand im Wasser den Treibstoffverbrauch steigen. Um dies zu verhindern, wird bisher ein hochgiftiger Antifouling- Anstrich aufgetragen. Die künstliche Delphinhaut würde deshalb die Umwelt enorm entlasten.
Sabine Unger





