Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Abonnement & LeserserviceE-Mail: leserservice@konradin.de
Tel: +49 (0)711 82651-201
RedaktionE-Mail: wissenschaft@konradin.de
Tel: +49 (0)711 7594-392
Folgen Sie uns
Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Startseite/Erde & Umwelt/Artikel
Riesen-Oktopusse waren Spitzenprädatoren der Kreidezeit
Erde & Umwelt

Riesen-Oktopusse waren Spitzenprädatoren der Kreidezeit

So könnten die Riesenoktopusse der Kreidezeit ausgesehen haben. · Foto: Yohei Utsuki/ Hokkaido University

Während der Kreidezeit beherrschten riesige Haie und Meeressaurier die Ozeane. Doch offenbar machten ihnen auch wirbellose Tiere an der Spitze der Nahrungskette Konkurrenz: gigantische Oktopusse, die ihre Beute mit langen Armen fingen und mit ihrem gewaltigen Kiefer mühelos Knochen und Schalen zermalmten. Das legen Analysen fossiler Kiefer von Kopffüßern nahe, die vor etwa 100 bis 72 Millionen Jahren lebten. Die größten Exemplare könnten eine Länge von über 18 Metern erreicht haben und damit zu den größten Meeresräubern ihrer Zeit gezählt haben.
Autor
Nadja Podbregar
23. April 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt

Seit hunderten Millionen Jahren handelt es sich bei den Spitzenprädatoren der Ozeane um Wirbeltiere, von riesigen Meeressauriern bis hin zu Haien und Walen, die bis heute an der Spitze der marinen Nahrungsnetze stehen. „Im Gegensatz dazu wurden wirbellose Tiere der Kreidezeit bisher vor allem als Beute angesehen, die schützende Anpassungen durchliefen“, erklärt ein Team um Shin Ikegami von der Hokkaido Universität in Japan. Viele wirbellose Tiere entwickelten harte Schalen und Panzer, um sich vor Raubtieren zu schützen, während ihre Fressfeinde zugleich mit immer kräftigeren Kiefern konterten.

Doch eine Gruppe von Wirbellosen ging einen anderen evolutionären Weg: Statt auf eine immer härtere Panzerung setzten Oktopusse auf einen weichen, flexiblen Körper, der ihnen eine beispiellose Beweglichkeit verlieh und zudem gute Bedingungen für ein ausgezeichnetes Sehvermögen und eine hohe Intelligenz bot. Zudem wuchsen einige Arten zu enormen Größen heran. Welche Rolle sie im ökologischen Gefüge einnahmen, war allerdings bislang aufgrund begrenzter fossiler Belege unklar.

Wirbellose Giganten

Nun haben Ikegami und seine Kollegen 27 fossile Oktopus-Kiefer analysiert, zwölf davon neu entdeckt. Alle Funde stammten aus Sedimenten der späten Kreidezeit vor etwa 100 bis 72 Millionen Jahren und ließen sich zwei Arten zuordnen: Nanaimoteuthis jeletzkyi und Nanaimoteuthis haggarti. Aus der Größe der Kiefer schlossen die Forschenden, dass beide Arten gewaltige Ausmaße erreichten: „N. jeletzkyi hatte wahrscheinlich eine Gesamtlänge von 2,80 bis 7,70 Metern und N. haggarti wurde wahrscheinlich sogar 6,60 bis 18,60 Meter groß“, berichtet das Team. Damit übertrafen die größten Exemplare von N. haggarti selbst ikonische Meeressaurier wie den rund 17 Meter langen Mosasaurus und den etwa zwölf Meter langen Plesiosaurus.

Um mehr über die Ernährung der urzeitlichen Riesen-Oktopusse herauszufinden, untersuchten Ikegami und seine Kollegen die Abnutzungsspuren an den fossilen Kiefern. Dabei stellten sie fest, dass die aus verhärtetem Chitin bestehenden Beißwerkzeuge der ausgewachsenen Individuen zahlreiche Kratzer aufwiesen und teilweise abgesplittert waren. Kanten, die bei Jungtieren noch scharf waren, waren bei den älteren Tieren abgeschliffen. „Diese Abnutzungsmuster deuten darauf hin, dass die riesigen Oktopusse der späten Kreidezeit aktive Fleischfresser waren, die häufig harte Schalen und Knochen zermalmten“, erklären die Forschenden.

Intelligente Räuber

Zudem stellten die Forschenden fest, dass bei beiden Arten die rechte Kieferseite stärker abgenutzt war als die linke. Das lässt darauf schließen, dass die Tiere eine Seite bevorzugten – ein Merkmal, das bei heutigen Kopffüßern mit einem hochentwickelten Gehirn in Verbindung gebracht wird. „Das legt nahe, dass die frühesten Oktopusse bereits über eine fortgeschrittene Intelligenz verfügten“, schreibt das Team. Wahrscheinlich nutzten die wirbellosen Giganten geschickt ihre flexiblen Arme, um Beute zu fangen und in ihren Schlund zu befördern, wo sie die harten Schalen und Knochen zermalmten. „Unsere Studie zeigt, dass die frühesten, gigantischen Kraken außergewöhnliche wirbellose Tiere waren, die eine Position in der obersten Ebene der Nahrungsnetze der Kreidezeit einnahmen“, folgert das Forschungsteam.

Quelle: Shin Ikegami (Hokkaido University, Sapporo, Japan) et al., Science, doi: 10.1126/science.aea6285

Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie Bild der Wissenschaft in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Erde & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Erde & Umwelt.

Alle Erde & Umwelt-Artikel
Parasitische Pflanze übernimmt Gene ihres Wirts
Erde & Umwelt

Parasitische Pflanze übernimmt Gene ihres Wirts

3. September 2026

Der parasitische Teufelszwirn umschlingt seine Wirtspflanzen und entzieht ihnen Nährstoffe – doch nicht nur das: Er erbeutet sogar nützliche Gene.

UN-Report: Überschreiten von 1,5 Grad unvermeidlich – und nun?
Erde & Umwelt

UN-Report: Überschreiten von 1,5 Grad unvermeidlich – und nun?

2. September 2026

Die Welt wird die Schwelle von 1,5 Grad Erwärmung überschreiten. Welche Folgen dies hat und welche Optionen es nun noch gibt, zeigt ein UNEP-Bericht auf.

Wie die Insekten an Land gingen
Erde & Umwelt

Wie die Insekten an Land gingen

2. September 2026

Ein fossiles Urinsekt stellt eine Übergangsform zwischen wasser- und landlebenden Insekten dar. Es zeigt: Der Landgang dieser Tiergruppe erfolgte schrittweise.

Alpen bewegen sich anders als gedacht
BDW PlusErde & Umwelt

Alpen bewegen sich anders als gedacht

31. August 2026

Die Alpen sind noch heute in Bewegung – sie heben und verformen sich. Für die Hebung spielen jedoch tektonische Prozesse eine geringere Rolle als gedacht.

← Zurück zu Erde & UmweltZur Startseite