Der Überblick über die Entwicklung der Quantenphysik von Herrn Vaas hat mir sehr gut gefallen! Zum Abschluss fehlte mir aber ein Hinweis darauf, dass der Welle-Teilchen-Dualismus heute zumindest für Photonen (und damit natürlich auch für Gammastrahlen) für Physiker kein Problem mehr ist.
Jedes Photon ist ein Wellenpaket endlicher Länge. Die Länge ergibt sich bei Abstrahlung aus elektronischen (oder nuklearen) Übergängen im Idealfall aus der „natürlichen” Lebensdauer des angeregten Zustands. Bei einem Wellenpaket endlicher Länge führt eine Fourier-Analyse im Frequenzraum zu einem Spektrum mit der entsprechenden „natürlichen” Linienbreite.
Die Unschärfen von Ort und Impuls sowie von Zeit und Energie sind hier über die Fourier-Transformation ganz natürlich verknüpft. Kohärente Überlagerung vieler Photonen (in Laserstrahlen) sind dann nur längere Wellenpakete mit entsprechend schmalerer Linienbreite (geringerer Energieunschärfe). Kurze Lichtpulse haben folglich auch größere Linienbreiten. Bei massebehafteten Teilchen (Elektronen, Mesonen, Baryonen, Quarks) muss man natürlich weiter fragen, was für ein Wellenpaket mit diesen Teilchen verknüpft sein sollte.
Betrachtet man das Vakuum nicht als „leer”, sondern als polarisierbare Umgebung, in der diese „nackten” Teilchen eine Polarisationswolke aus virtuellen Anregungen mitführen, dann kann man in diesem Bild für die massebehafteten Teilchen den Teilchen-Welle-Dualismus ebenso mit allen Konsequenzen (Doppelspalt, Verschränkung, scheinbar nichtlokale Fernwirkung) verstehen.
Ich muss aber wohl hinzufügen, dass dieses Bild für die massiven Teilchen noch nicht dem allgemeinen Konsens entspricht.
Die Mär vom bösen Wolf
bdw-Nachrichten Heft 6/2012
Im Gegensatz zu Ihrem Artikel sehe ich es überhaupt nicht positiv, wenn Wölfe hier wieder heimisch werden. Wer als Tierschützer den Wolf schützt, der ist auch dafür verantwortlich, dass Wölfe wie alle großen Raubtiere privaten Tierhaltern oder auch Menschen Schäden zufügen. Wo bleibt der Schutz der Beutetiere einschließlich der Menschen?
Wenn es erst schwere oder tödliche Angriffe von Wölfen auf Menschen in Deutschland gibt, kippt hoffentlich die Stimmung zu dem Wiedereinbürgerungsunfug. Wölfe sind keine Kuscheltiere. Gleiches gilt für andere gefährliche Raubtiere wie Braunbären. Ich will ihnen nicht im Gelände begegnen!
Klimawandel
bdw-Research Beilage in Heft 8/2012
Wann immer dem bild der wissenschaft eine Beilage „in Zusammenarbeit” mit einer einzelnen Institution beiliegt, wandert meine Augenbraue kritisch in die Höhe – neigen wissenschaftsjournalistische Artikel doch mitunter zur Einseitigkeit, wenn nur eine Forschergruppe oder ein Institut als Quelle dient.
Die aktuelle Beilage zum Klimawandel konnte meine Erwartungen in dieser Hinsicht nicht erfüllen: Es handelt sich um hervorragende und im Gesamtbild sehr stimmige Beiträge. Sie präsentieren unzählige Aspekte des Klimageschehens angenehm unaufgeregt und illustrieren diese mit anschaulichen Schlaglichtern auf laufende Forschungsprojekte. Zahlreiche Querverweise treten dem Eindruck entgegen, der legitime GFZ-Fokus ließe gegenteilige Meinungen unter den Tisch fallen.
Ein herzliches Dankeschön für die gelungene Beilage. Meinen persönlichen Horizont haben diese Seiten um ein großes Stück erweitert.
Das Gen: Zu Hause beim Superstar
Basiswissen Zelle Heft 9/2012
Die Benutzung von Vergleichen/Metaphern ist ein schriftstellerischer Kunstgriff, der besonders in populärwissenschaftlichen Darstellungen gerne und durchaus mit Erfolg benutzt wird. Nur sollte die verwendete Vergleichsebene nicht grundsätzlich völlig falsche Vorstellungen im Leser hervorrufen, wie es in diesem Artikel der Fall ist.
Ein Alltagsbeispiel, wenn auch auf der unbelebten Darstellungsebene, soll das verdeutlichen: Der „Superstar” in Gestalt des Bordcomputers des Autos steuert das Fahrzeug kraft seiner innewohnenden „Intelligenz” (!?) zum gewählten Ziel! Wer ist da der „Superstar”? Sitzt er vielleicht irgendwo unter der Motorhaube? Wo bleibt aber der Fahrer, der den Schlüssel im Zündschloss betätigt, somit den Motor startet und das Fahrzeug ans Ziel lenkt?
Eine derartig grundsätzlich falsche Vorstellung wird in Ihrem Artikel verstärkt durch die ganz hübsch gemachte Abbildung, in der der imposante Superstar gleich noch mit 4 Assistenten auftritt.
Auch biologische organismische Strukturen sind nichts anderes als hoch entwickelte Werkzeuge aus kompliziert zusammengesetzten Proteinen als Baumaterial!
Herzlichen Dank für diese verständliche, witzige und sehr professionell dargestellte Reihe. Das Thema Zellforschung ist für Laien nicht immer leicht zugänglich. Die Autorin führt mit viel Phantasie, unterstützt durch eine gelungene Illustration, durch die spannende Welt der Zelle. Die anatomischen und physiologischen Hintergründe sind klar und verständlich erklärt. Wer sich noch nicht für das Thema begeisterte, wird spätestens jetzt neugierig.





