Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs arbeitete er für das Funktechnik-Unternehmen Wireless Specialty Apparatus und ab 1925 bei Raytheon, damals einem Produzenten von Elektronenröhren. 1941 zog er einen Großauftrag des US-Verteidigungsministeriums an Land: die Serienfertigung von in Großbritannien entwickelten „Magnetrons” – Mikrowellen emittierenden Röhren für Radargeräte in Flugzeugen und Kriegsschiffen. Spencer überarbeitete das Design der Radarröhren und vereinfachte dadurch drastisch die Herstellung. Unter seiner Ägide schraubte Raytheon den täglichen Ausstoß an Magnetrons von zuvor 17 auf 2600 hoch. Der geniale Elektroingenieur, der weder Highschool noch Universität besucht hatte, erhielt für seine überragenden Leistungen den Distinguished Public Service Award, die höchste Auszeichnung der U.S. Navy an Zivilisten.
Der Siegeszug der Mikrowelle
Als ihm 1945 bei einem Laborrundgang auffiel, dass während des Betriebs einer Mikrowellenröhre ein Schokoriegel in seiner Tasche schmolz, ließ ihn diese Beobachtung nicht ruhen. Er experimentierte mit Popcorn, einem rohen Ei und anderen Lebensmitteln, die er mit Mikrowellen erhitzte. Noch im selben Jahr konstruierte Spencer den ersten Mikrowellenofen, genannt „Radarange”. Das erste kommerzielle Gerät war allerdings ein Ladenhüter – kein Wunder bei 1,80 Meter Höhe, sieben Zentnern Gewicht und einem Preis zwischen 2000 und 3000 US-Dollar. Erst 1967, als Raytheon sich den Kühlschrankbauer Amana einverleibte, kam das Know-how für praktikable und preiswerte Küchengeräte ins Unternehmen. Danach eroberte „die Mikrowelle”, wie sie in Deutschland umgangssprachlich heißt, Schnellimbisse und die Küchen von Privathaushalten.
Kulinarisch Ambitionierte sind nicht entzückt, wenn aus einer Restaurantküche das bekannte „Bing” an ihr Ohr dringt. Viele legen Wert auf frische Ware anstatt auf Vorgefertigtes aus dem Mikrowellenofen. Aber in diese Grundsatzdebatte mischt bild der wissenschaft sich nicht ein und beschränkt sich darauf, an den genialen Erfinder Percy Spencer zu erinnern. Denn das hat er verdient.





