Allein in Deutschland wandern jedes Jahr Millionen CDs und CD-ROMs aus Zeitschriften oder Werbebroschüren auf den Müll. Spanische Wissenschaftler des Madrider Museums für Naturgeschichte sind jetzt einer Möglichkeit auf die Spur gekommen, die unerwünschten Silberlinge umweltfreundlich zu entsorgen. Sie identifizierten einen Pilz aus der Familie Geotrichum, der den nahezu unverwüstlichen Kunststoff Polycarbonat sowie die Aluminiumbeschichtung abbaut – die beiden Hauptbestandteile von Compact Discs. Der Pilz war auf einer CD entdeckt worden, die die Forscher aus dem südamerikanischen Belize mitgebracht hatten. Dort ist er weit verbreitet, weil er wegen der großen Luftfeuchtigkeit und der hohen Temperaturen gut gedeiht. Diese Bedingungen ließen sich in speziellen Anlagen zur Entsorgung der Speicherscheiben leicht nachstellen. Die Wissenschaftler können Musikliebhaber beruhigen, die Angst haben, dass ihre wertvolle CD-Sammlung dem Pilz zum Opfer fällt: Im Wohnzimmer ist es dem Mikroorganismus zu kalt.
Hans Groth





