Was tun mit einer Schlange am Zoll, wohin mit 50 illegal eingeführten Papageien oder einem Baby-Alligator? Zu Dr. Dieter Glandt, 47: Der Biologe leitet das erste deutsche Schutzzentrum für behördlich beschlagnahmte Tiere.
Weil sich mit exotischen Tieren immer noch viel Geld verdienen läßt, blüht der Schmuggel. Fliegt er auf, hatte das lange Zeit groteske Folgen: Am Zoll konnten die Tiere nicht bleiben, Zoos nahmen sie nur kurzfristig auf. “Da keiner wußte, wohin damit, kam es oft genug vor, daß Schlangen, Affen und Vögel bei dem bleiben mußten, bei dem man sie entdeckt hatte”, berichtet Glandt. Dann stießen die Naturschutzbehörden auf das Biologische Institut Metelen, wo seit 1980 verletzte Tiere vorübergehend gepflegt werden, anfangs nur einheimische.
Vor kurzem wurde Metelen zum ersten Zentrum Deutschlands für geschützte Arten. Glandt und seine Mitarbeiter haben inzwischen mehr als 1100 Exoten aufgenommen und über ein Netz von Kontakten zu Zoos und Vogelparks weitervermittelt. Bei bedrohten Arten achtet Glandt auch darauf, Zuchtpaare zusammenzubringen.
Mit Großtieren ist man in Metelen zwar überfordert, aber Reptilien, Säuger und Vögel bis Hauskatzengröße können artgerecht untergebracht werden – neuerdings auch Skorpione. Glandts Fazit: “Erst das Auffangzentrum hat es oft möglich gemacht, ertappten Schmugglern ihre Tiere abzunehmen. Vorher haben die Gesetze kaum jemanden abgeschreckt.”
Dieter Glandt





