Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • Einzelheftverkauf
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen

Kontakt zur Redaktion

BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-392
E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Startseite/Archäologie/Artikel
Paarungen zwischen Menschen und Neandertalern waren geschlechtsspezifisch
Archäologie

Paarungen zwischen Menschen und Neandertalern waren geschlechtsspezifisch

Frühe moderne Menschen kreuzten sich immer wieder mit Neandertalern. Die meisten Menschen außerhalb Afrikas tragen deshalb einen kleinen Anteil Neandertaler-DNA in ihrem Erbgut. Auf dem X-Chromosom kommen allerdings deutlich weniger Neandertaler-Gene vor als auf anderen Chromosomen. Eine Studie liefert nun eine Erklärung für dieses Phänomen. Demnach fanden die Kreuzungen meist zwischen männlichen Neandertalern und weiblichen Homo sapiens statt, sodass mehr X-Chromosomen von modernen Menschen in Neandertalerpopulationen gelangten als andersherum. Die Ergebnisse zeigen, wie die prähistorische Partnerwahl unser Erbgut geprägt hat.
Autor
Redaktion
26. Februar 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Archäologie

Über viele Jahrtausende hinweg lebten unsere Vorfahren mit Neandertalern Seite an Seite. Immer wieder kam es dabei zu Kreuzungen, sodass heutige Europäer rund ein bis zwei Prozent des Erbguts unserer ausgestorbenen Schwesterart in ihrem Genom tragen. Doch die Neandertaler-Gene sind nicht gleichmäßig verteilt. So gibt es große Bereiche des Genoms, in denen sich nahezu keine Neandertaler-DNA nachweisen lässt. Eine dieser sogenannten „Neandertaler-Wüsten“ befindet sich auf dem X-Chromosom. Doch wie kam es dazu?

Rätselhaftes X-Chromosom

„Jahrelang gingen wir einfach davon aus, dass diese Wüsten existierten, weil bestimmte Neandertaler-Gene für Menschen biologisch ungünstig waren“, erklärt Alexander Platt von der University of Pennsylvania in Philadelphia. „Solche nachteiligen Gene wären durch natürliche Selektion im Laufe der Evolution eliminiert worden.“ Doch diese Erklärung greift offenbar zu kurz. Denn wären die Gene des modernen Menschen und des Neandertalers auf dem X-Chromosom tatsächlich inkompatibel, würde das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch andersherum bedeuten, dass die Neandertaler weniger Homo-sapiens-Gene auf ihrem X-Chromosom tragen als anderswo im Genom.

Wie Platt und sein Team herausfanden, ist jedoch genau das Gegenteil der Fall: Analysen alter DNA aus Neandertalerfossilien enthüllten, dass Homo-sapiens-Gene auf den Neandertaler-X-Chromosomen sogar häufiger vorkamen als in anderen Teilen des Erbguts dieser Frühmenschen. „Wir fanden ein auffälliges Ungleichgewicht“, berichtet Platts Kollege Daniel Harris. „Während bei modernen Menschen Neandertaler-Sequenzen auf den X-Chromosomen fehlen, wiesen Neandertaler im Vergleich zu ihren anderen Chromosomen einen Überschuss von 62 Prozent an moderner menschlicher DNA auf ihren X-Chromosomen auf.“

Unterschiedliche Paarungspräferenzen

Den Forschenden zufolge deutet dieses Ergebnis auf eine geschlechtsspezifische Verzerrung hin: „Der Genfluss fand überwiegend zwischen Neandertaler-Männern und anatomisch modernen menschlichen Frauen statt“, erklärt Platt. Die Frauen gaben jeweils ein X-Chromosom an alle ihre Kinder weiter, während die Männer ihr X-Chromosom nur an ihre Töchter, nicht aber an ihre Söhne vererbten. Dadurch gelangten mehr Homo-sapiens-X-Chromosomen in den Neandertaler-Genpool als andersherum. Natürliche Selektion kann ergänzend hinzugekommen sein.

„Die einfachste Erklärung für dieses Muster liefern die Paarungspräferenzen der frühen modernen Menschen und Neandertaler“, sagt Platt. Möglicherweise fanden sich Neandertaler-Männer und Homo-sapiens-Frauen gegenseitig attraktiver als in der Kombination mit vertauschten Geschlechtern. Auch geschlechtsspezifische Migrationsmuster könnten eine Rolle gespielt haben – etwa, wenn beispielsweise Neandertaler-Frauen üblicherweise bei ihren Stämmen blieben, während Männer sich neue Gruppen suchten. In zukünftigen genetischen Studien hofft das Forschungsteam, auch solchen möglichen Dynamiken auf die Spur zu kommen.

Quelle: Alexander Platt (University of Pennsylvania, Philadelphia, USA) et al., Science, doi: 10.1126/science.aea6774

Mehr aus Archäologie

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Archäologie.

Alle Archäologie-Artikel
Migranten der Eiszeit
BDW PlusArchäologie

Migranten der Eiszeit

1. Juli 2026

Sowohl die Neandertaler als auch unsere direkten Vorfahren mussten im letzten Glazial dem unwirtlichen Klima ausweichen. Das belegen aktuelle genetische…

Homo naledi: War die Fundhöhle ein reines Frauengrab?
Archäologie

Homo naledi: War die Fundhöhle ein reines Frauengrab?

24. Juni 2026

Erstaunliche Entdeckung: Alle Fossilien des Frühmenschen Homo naledi sind offenbar weiblich, wie Proteinanalysen enthüllen. Aber warum?

„Prototyp“ von Stonehenge entdeckt
Archäologie

„Prototyp“ von Stonehenge entdeckt

23. Juni 2026

Schon 500 Jahre vor dem Steinkreis von Stonehenge gab es in seiner Nachbarschaft ein Sonnenwend-Observatorium, wie Archäologen entdeckt haben

Rätsel der Grüfte
BDW PlusArchäologie

Rätsel der Grüfte

20. Juni 2026

Manche alten Grüfte bergen Geheimnisse: Wer ruht dort wirklich? Und auch die Suche nach historischen Persönlichkeiten kann in Grüfte führen.

← Zurück zu ArchäologieZur Startseite