Das Internet sprengt Grenzen und trägt Wissen in abgelegene Gebiete. Seine Offenheit erschreckt Diktatoren: “Die neuen Technologien könnten eine Waffe für Afrika sein”, sagt der Pädagoge Denis Kapuku Mukuna, der an der Universität Köln zum Thema “Internet in Afrika” forscht. Mukuna ist überzeugt: Das Internet kann Lehrer ersetzen, dörfliche Sanitätsstationen bei Bedarf mit kompetenten Ärzten verbinden und afrikanischen Firmen den Weltmarkt öffnen. In die gleiche Kerbe schlägt der amerikanische Computerexperte John Perry Barlow: Afrika sollte das Industriezeitalter überspringen und gleich in die Ära der Informationsgesellschaft einsteigen. Allerdings lebt mehr als die Hälfte der afrikanischen Internet-Nutzer in Südafrika. Etwa 900000 Menschen surfen dort regelmäßig im Netz. Das südafrikanische Parlament fördert das Internet und möchte, daß jeder Bürger des Landes zu Fuß innerhalb von 30 Minuten einen Zugang erreichen kann. Die Regierung gibt dafür jährlich bis zu zwei Milliarden Mark aus. Anders im übrigen Afrika: Nach großzügigen Schätzungen gibt es dort gerade eine halbe Million Internet-Nutzer. Manche Regierungen Schwarzafrikas zeigen kein Interesse an einer Entwicklung des Internet und entsprechend teuer ist dort der Zugang: In Kamerun kostet ein Jahr Internet rund 1000 US-Dollar, in Kenia sind es sogar 1700. Da Bildungsprogramme fehlen, mangelt es an Fachkräften, die mit Computernetzen arbeiten können. Deshalb ist in vielen Ländern die Entwicklung des Internet unmöglich, bestätigt Jörn Staby, der den Netz-Auftritt der Tageszeitung “The Namibian” konzipiert hat. In Namibia interessieren sich nicht einmal die Jugendlichen für das World Wide Web.
Andreas Wawrzinek





