Auf der Welt werden schätzungsweise 6.000 Sprachen gesprochen. Nahezu täglich verringert sich diese Anzahl, weil Sprachen, die nur noch von wenigen Sprechern gesprochen werden, aussterben. Eine dieser stark bedrohten Sprachen ist Yuchi oder Euchee (sprich: Jutschi), das nur noch von 5 Menschen fließend gesprochen wird. Richard Grounds, Professor für Anthropologie an der University of Tulsa (Oklahoma) und selbst dieser Indianersprache mächtig, versucht jetzt mit finanzieller Unterstützung durch den Staat diese Sprache vor dem Aussterben retten.
Yuchi wird von Angehörigen eines Indianer-Stammes im US-Bundesstaat Oklahoma gesprochen. Die Sprache ist vor allem wegen ihrer Isoliertheit unter den Indianersprachen bei Anthropologen und Linguisten bekannt (es gibt allerdings Forscher, die gewisse Verbindungen von Yuchi zur großen Gruppe der Na-Dene-Sprachen sehen, die im Norden der USA und in Kanada gesprochen werden).
In dem mit jährlich knapp 100.000 Dollar (über drei Jahre) unterstützten Projekt zur Rettung des Yuchi will Grounds sowohl mündliche Sprachaufzeichnungen auf CD erstellen als auch Lehrprogramme für Yuchi entwickeln, so dass die Sprache durch Lehrer an die nächstfolgende Generation weitergegeben werden kann. Bei den Sprachaufnahmen werden die noch fließend Yuchi sprechenden Menschen von ihrem Leben und ihrer Kultur erzählen. Auf diese Weise kann nicht nur Aufschluss über grammatische Formen gewonnen, sondern auch der Wortschatz der Sprache zumindest ansatzweise aufgezeichnet werden. Außerdem will Grounds ein Garten- und Sprach-Projekt in der Stadt Sapulpa ins Leben rufen, in dem Gärtnerarbeiten unter Benutzung von Yuchi durchgeführt werden sollen, damit der Wortschatz um Pflanzenanbau und Ernte wiederbelebt werden kann.
Doris Marszk





