Rund elf Prozent aller erwachsenen Männer in Europa leiden unter Erektionsschwierigkeiten. Viele Betroffenen behandeln sich durch Einspritzen eines gefäßerweiternden Wirkstoffs in die Schwellkörper. Ein neuartiges Präparat, das sich in Tablettenform einnehmen läßt, sorgt derweil auf Fachkongressen für Aufsehen. “Sildenafil” – ursprünglich als Mittel zur Erweiterung der Herzkranzgefäße gedacht – wird weltweit in klinischen Studien zur Behandlung von Impotenz erprobt.
Neue Erkenntnisse zur Wirksamkeit des Präparats sollen im Oktober auf dem Urologenkongreß in Madrid vorgestellt werden. Früheren Untersuchungen zufolge verspricht der Stoff bei etwa zwei Dritteln der behandelten Patienten eine ausreichende Erektion von mindestens zehn Minuten Dauer. Auch Patienten, die wegen einer Verletzung des Rückenmarks impotent geworden sind, profitieren von der Substanz, wie Studien unter anderem am Zentrum für Wirbelsäulen- und Rückenmarksverletzungen in Murnau zeigen.
Bis das Mittel marktreif ist, werden nach Einschätzung der Wissenschaftler um Tom F. Luc von der Sildenafil Study Group in San Francisco noch etwa zwei Jahre vergehen.





