Die Bewohner von Großstädten werden die globale Erwärmung besonders zu spüren bekommen. Sie haben verstärkt unter Herz- und Kreislaufbeschwerden zu leiden. Wie sich Abhilfe schaffen lässt, beschäftigt Wilhelm Kuttler, Professor für Klimatologie und Landschaftsökologie an der Universität Duisburg-Essen.
Wie stark heizen sich Großstädte gegenüber dem Umland auf?
In Essen haben wir das über Jahrzehnte verfolgt. Im Durchschnitt wärmt sich die Stadt um zwei Grad mehr auf als das Umland. Das erscheint wenig, doch bei extremen Wetterlagen, wenn es sehr heiß und gleichzeitig windstill ist, klettert das Thermometer in Essen sogar um sieben bis neun Grad höher als in der umgebenden Region.
Wie kann man Städte kühlen?
Man sollte den Anteil der Vegetation erhöhen. Pflanzen verbrauchen sehr viel Energie, die sie in Form von Wärme der Umwelt entziehen. Ein Baum kann an sonnigen, windstillen Tagen zwischen 700 und 1000 Megajoule durch Transpiration umsetzen.
Wie viel Grün ist zur Klimaverbesserung nötig?
Als Richtwert gilt: 20 Prozent des versiegelten Stadtgebietes sollten begrünt sein. Das können Parkanlagen und Friedhöfe sein, aber auch begrünte Dächer. Diese bleiben unter Sonneneinstrahlung rund zehn Grad Celsius kühler als Dächer, die mit Kies belegt sind. Allerdings produzieren viele Pflanzen Substanzen, die durch Sonnenlicht in Ozon umgewandelt werden. An heißen Tagen stammen in den Essener Grünflächen bis zu 20 Prozent des Ozons von Pflanzen. Wenig Ozon produzieren etwa Judasbaum und Ulme.
Sind weitere Maßnahmen nötig?
Man sollte auch die Durchlüftung verbessern. Städte brauchen Windschneisen, durch die kühle Umlandluft eingeleitet wird. Das muss man bei der Stadtplanung berücksichtigen.





