Die Familienlinien von Karrierefrauen, die aus beruflichen Gründen erst spät Kinder bekommen, sterben mit einer recht hohen Wahrscheinlichkeit aus. Durchsetzen werden sich dagegen Nachkommen von Frauen aus der unteren Mittelschicht, die ihre ersten Kinder bereits in ihren Zwanzigern zur Welt bringen. Das behauptet die Soziologin Bobbi Low von der Universität Michigan in Ann Arbor in ihrem demnächst erscheinenden Buch “The Biodemography of Fertility” (“Die Biodemographie der Fruchtbarkeit”).
Low und ihre Kollegen haben ein Computerprogramm entwickelt, um das Schicksal der Nachfahren von heutigen Frauen abzuschätzen. Dabei fanden die Forscher, dass in 220 Jahren der Anteil der Nachfahren von heutigen Karrierefrauen von etwa 10 Prozent auf 5 Prozent am Bevölkerungsanteil sinken wird. Dagegen steigt der Anteil der Nachfahren von heutigen Frauen aus der unteren Mittelschicht von etwa 33 auf 60 Prozent an.
Der Grund für diese Entwicklung ist unter anderem, dass Kinder von wohlhabenden Karrierefrauen sich selbst ebenfalls spät für eigenen Nachwuchs entscheiden. Die nächste Generation der unteren Mittelschicht bringt ihre ersten Kinder dagegen im Durchschnitt früher zu Welt und hat damit auch insgesamt mehr Nachfahren.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek





