Die erste Kultstätte der Mithras-Mysterienreligion im Osten des ehemaligen Römischen Reichs haben Wissenschaftler der Münsteraner Forschungsstelle Asia Minor aufgespürt. Die beiden Archäologen Dr. Engelbert Winter und Dr. Anke Schütte entdeckten sie in einer Höhle in der Nähe der antiken Stadt Doliche, unweit des heutigen Ortes Gaziantep in der Türkei.
Eingangsbereich und Kulthalle des Heiligtums sind zusammen etwa 40 Meter lang und machen die Anlage zu einer der größten bekannten Mithras-Kultstätten auf dem Gebiet des früheren Imperium Romanum. An der Stirnwand der Halle befindet sich ein rund zwei Meter großes Mithras-Relief.
Der Gott Mithras stammt aus dem indo-iranischen Raum und zählte im zweiten und dritten Jahrhundert zu den wichtigsten Gottheiten im Römischen Reich. Während der Kaiserzeit konkurrierte er mit Christus als Erlösergestalt, wovon auch Spuren in dem Mithras-Relief zeugen: Der Kopf der Gottheit wurde von Christen abgeschlagen und durch ein Kreuz ersetzt.





