Mit stolz geschwellter brust nimmt der Forscher den Preis entgegen, bedankt sich bei Stiftern und Mitarbeitern. Hände werden geschüttelt, Kameras blitzen, Journalisten lauern auf ein Interview – aus dem Labor ins Rampenlicht. Eine solche Ehrung wartet nur auf wenige der engagierten Forscher, die meisten arbeiten mehr oder minder im Verborgenen, abseits der breiten Öffentlichkeit. Dennoch: Die Zahl der Wissenschaftspreise, die in Deutschland jedes Jahr an herausragende Forscher verliehen werden, ist enorm. Etwa 2500 sollen es mittlerweile laut Schätzungen von Dieter Herrmann – Initiator des Handbuchs der Wissenschaftspreise – sein, und jährlich kommen neue dazu. Für Außenstehende ist es eine verwirrende Vielzahl. Erscheinen sie zunächst doch alle recht ähnlich – mit Ausnahme des berühmten Nobelpreises natürlich.
Was wirklich hinter einer Auszeichnung steckt – der Mensch, die Forschung – erreicht den Zeitungsleser, wenn überhaupt, oft nur am Rande. In den Schlagzeilen tauchen meist nur die Namen der älteren Wissenschaftler auf, die bereits bekannt sind. Es sind jedoch vor allem die Nachwuchswissenschaftler, die mit herausragenden Erkenntnissen der Wirtschaft dauerhaft neuen Schwung bringen. Vielleicht ist manch einer davon gar ein Nobelpreisträger von morgen.
Doch woher will man wissen, welche Wissenschaftspreise wirklich wichtig sind? Wie will man sie abgrenzen, ohne sich lediglich auf das Preisgeld zu verlassen? Welche der gekrönten Forscher sollte man im Auge behalten? Diese Fragen hat sich auch die Redaktion von bild der wissenschaft gestellt.
Bei den großen Forschungseinrichtungen und den Gremien, die alle Jahre wieder die Preise vergeben, haben wir uns auf die Suche nach Antworten gemacht. Insgesamt baten wir 18 verschiedene deutsche Wissenschaftseinrichtungen um ihre Einschätzung, angefangen beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über Institutionen wie Max-Planck und Fraunhofer bis hin zu den Fachgesellschaften. Auch die Bundesärztekammer und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V. gaben ihr Statement ab. Im Vordergrund standen Preise für Nachwuchswissenschaftler. Sechs Preise, die ihrer Meinung nach am wichtigsten sind, durften die Präsidenten und Vorstandsmitglieder benennen. Die Liste auf Seite 39 zeigt die Ergebnisse der Umfrage.
Anhand dieser Top 10 hat bild der wissenschaft die 10 vielversprechendsten Forscher, die das Alter von 45 noch nicht erreicht haben, für das Jahr 2005 gekürt und porträtiert – als Mensch, als Forscher, als Hoffnungsträger der Wissenschaft.





