
„Lachse gelten als ökologischer und kultureller ‚Schlüssel‘, da sie Hunderte von aquatischen und terrestrischen Arten sowie indigene und lokale Gemeinschaften in einem riesigen Bogen von Wassereinzugsgebieten unterstützen, der sich von Kalifornien über Alaska bis hin zum russischen Fernen Osten und Japan erstreckt“, berichten Forschende um Guido Rahr vom Wild Salmon Center in Portland. Sie haben gerade untersucht, wie Ökosysteme, Biodiversität und Klima vom Schutz intakter Lachseinzugsgebiete profitieren könnten.
Die Antwort: erheblich. Denn Lachse ernähren nicht nur uns Menschen, sondern auch vom Aussterben bedrohte Tiere, darunter eine gefährdete Schwertwal-Population im nordöstlichen Pazifik. Eine „Lachsdiät“ sorgt ebenso für mehr Nachwuchs bei Braunbären. Kehren die Fische zum Laichen aus dem Meer in die Flüsse zurück, düngen sie mit den im Meer aufgenommenen Nährstoffen sogar die Bäume an den Flussufern. Wälder um solche „Lachshochburgen“ können dadurch etwa 6,1 Milliarden Tonnen Kohlenstoff pro Jahr binden – das entspricht der Menge an Emissionen, die die USA in etwa 3,5 Jahren freisetzen.
„Wenn man den Lachs schützt, schützt man auch die Vorteile gesunder Wassereinzugsgebiete“, fasst Rahr zusammen. „Die Wissenschaft ist sich darüber im Klaren, dass von Lachsen bewohnte Flüsse die Ernährungssicherheit, die Artenvielfalt und die Widerstandsfähigkeit gegen das Klima sichern können.“ Er und sein Team fordern daher ausgedehnte Schutzzonen für die fischigen Nützlinge.





