Bei der Beobachtung von therapeutischen Gruppensitzungen von Magersüchtigen stellte sie fest, dass nicht alle Teilnehmer ihre Krankheit als eine psychische Störung wahrnahmen oder anerkannten. Im Gegenteil, sie empfanden die Gruppensitzungen als eine Art Club, dem anzugehören eine Ehre darstellte. Untereinander fühlten sie sich verbunden durch ein geheimes Wissen und durch Praktiken, Sprache und Körperausdruck.
“Ich erkannte, dass Magersüchtige viele von den Dingen, die wir als fundamental für Sozialbeziehungen erachten, umformen”, sagt Warin. “Das sind solche Sachen wie Familie, Freundschaft, gemeinsames Essen, gemeinschaftliche Räume und anderes – all das sind Dinge, die einen großen Teil dessen ausmachen, wie wir unser Leben leben. Aber für Menschen mit Magersucht sind sie oft negiert.” Die Ablehnung sozialer Beziehungen offenbare sich, so die Wissenschaftlerin, am augenfälligsten in ihrer Haltung gegenüber dem Tod. Er wird oft als wünschenswert gesehen.




