Es gibt unzählige ferne Welten da draußen, soviel scheint klar. Der erste Himmelskörper um einen fernen Stern wurde 1992 nachgewiesen – seitdem sind den Planetenjägern mehr als 4000 Exoplaneten ins Netz gegangen. Die große Herausforderung ist nun nicht mehr das Entdecken neuer Himmelskörper, sondern die Identifikation besonders interessanter Kandidaten und das Aufdecken ihrer Merkmale. Dabei sind vor allem Exemplare spannend, die lebensfreundliche Bedingungen bieten könnten. Der Blick richtet sich in diesem Zusammenhang auf die sogenannten habitablen Zonen – auf den Bereich um fremde Sterne, in dem Wasser auf Planeten in flüssiger Form existieren kann. Bei solchen fernen Welten scheint es denkbar, dass dort außerirdische Lebensformen entstanden sind.
Dir richtigen Planeten ins Visier nehmen!
Über den Nachweis bestimmter Signaturen im Strahlungsspektrum der Atmosphären solcher Planeten scheint es möglich, dass wir extraterrestrisches Leben eines Tages auch tatsächlich nachweisen können. Um diese Chance zu erhöhen, sollten die Astronomen möglichst gezielt die aussichtsreichsten Kandidaten mit ihren Teleskopen ins Visier nehmen. Die Studie der Forscher um Stephanie Olson von der University of Chicago liefert nun weitere Informationen darüber, welche Exoplaneten besonders viel Leben hervorgebracht haben könnten. Über die Ergebnisse berichten sie nun auf dem Goldschmidt Geochemistry Congress in Barcelona.
Im Rahmen ihre Studie modellierten die Wissenschaftler die wahrscheinlichen Bedingungen auf verschiedenen Arten von Exoplaneten mit einem speziellen Computerprogramm, das von der NASA entwickelt wurde. Es ist darauf ausgelegt, das Klima und den Lebensraum der Ozeane bei verschiedenen planetaren Merkmalen zu simulieren. “Die NASA hat bei ihrer Suche nach Leben im Universum die Planeten in habitablen Zonen im Visier, die Ozeane besitzen könnten. Unsere Arbeit zielt nun darauf ab, unter diesen Planeten Kandidaten zu identifizieren, deren Ozeane das größte Potenzial aufweisen, üppiges und aktives Leben zu beherbergen“, sagt Olson.
Schlüsselfaktor Ozeanzirkulation
Wie sie erklärt, hängt das Leben in den irdischen Ozeanen von Aufwärtsströmungen ab, die Nährstoffe aus den Tiefen in die sonnenbeschienenen Teile des Meeres bringen, wo bestimmte Lebewesen Photosynthese betreiben und damit die Grundlage der Nahrungskette schaffen. Somit gilt: Mehr Durchmischung bedeutet mehr Nährstoffversorgung und damit mehr biologische Aktivität. „Dies sind die Bedingungen, nach denen wir auf Exoplaneten Ausschau halten müssen“, erklärt Olson. “Wir haben ein Ozeanzirkulationsmodell verwendet, um herauszufinden, welche Planeten eine besonders effiziente Wasserdurchmischung aufweisen und somit besonders lebensfreundliche Ozeane besitzen könnten.





