Die Laserhaarentfernung beruht auf der selektiven Photothermolyse. Dabei absorbiert das Pigment Melanin im Haarschaft und Haarfollikel Licht einer bestimmten Wellenlänge. Die Lichtenergie wird in Wärme umgewandelt und soll wachstumsrelevante Strukturen des Follikels schädigen, während das umliegende Gewebe möglichst geschont wird. Das Bundesamt für Strahlenschutz beschreibt Melanin entsprechend als zentrale Zielstruktur der optischen Epilation.
Vollständig selektiv ist der Prozess allerdings nicht, denn auch die Haut enthält Melanin. Je geringer der Kontrast zwischen dunklem Haar und heller Haut ist, desto anspruchsvoller wird die Wahl von Wellenlänge, Energiedichte, Pulsdauer und Kühlung. Deshalb ist eine individuelle Haut- und Haaranalyse wichtiger als die pauschale Behauptung, ein bestimmter Laser sei grundsätzlich der beste.
Warum mehrere Sitzungen notwendig sind
Haare wachsen nicht gleichzeitig, sondern durchlaufen Wachstums-, Übergangs- und Ruhephasen. Besonders gut erreichbar sind Follikel in der aktiven Wachstumsphase. Da sich bei einem Termin nur ein Teil der Haare in dieser Phase befindet, sind zeitlich abgestimmte Wiederholungen notwendig.
Auch die Körperregion beeinflusst das Ergebnis. Gesichtshaare können stärker hormonell geprägt sein als Haare an Beinen oder Achseln. Zudem unterscheiden sich Wachstumszyklen und Follikeltiefe. Eine feste Sitzungszahl für alle Menschen und Körperzonen wäre daher wissenschaftlich kaum seriös. Klinische Untersuchungen zeigen eine langfristige Reduktion, zugleich aber erhebliche Unterschiede zwischen Personen und Behandlungsarealen.
Alexandrit-, Dioden- und Nd:YAG-Laser
In der professionellen Haarentfernung werden vor allem drei Lasertypen eingesetzt. Alexandritlaser arbeiten typischerweise bei 755 Nanometern, Diodenlaser häufig um 800 bis 810 Nanometer und langgepulste Nd:YAG-Laser bei 1.064 Nanometern. Die Wellenlänge beeinflusst, wie stark Licht durch Melanin absorbiert wird und wie tief es in das Gewebe eindringen kann.
Alexandrit- und Diodenlaser kommen häufig bei heller bis mittlerer Haut und dunkleren Haaren zum Einsatz. Die längere Wellenlänge des Nd:YAG-Lasers wird vergleichsweise schwächer vom oberflächlichen Hautmelanin aufgenommen und kann bei stärker pigmentierter Haut Vorteile bieten. Die Wellenlänge allein entscheidet jedoch weder über Sicherheit noch über Wirksamkeit. Ebenso wichtig sind Pulsdauer, Energie, Spotgröße, Kühlung und die Erfahrung der behandelnden Person.




