Ein neuartiges System, das für Patienten mit Leberversagen lebensrettend sein kann, wird derzeit am Universitäts-Krankenhaus Hamburg-Eppendorf erprobt.
Das Leber-Unterstützungssystem besteht aus zwei Teilen: Zunächst wird das Blut der Patienten über einen Venenkatheter aus dem Körper geleitet und durch eine Plasmapherese von allen Blutzellen befreit.
Das verbleibende Blutplasma kommt in einen zweiten Kreislauf, in dem es gefiltert, erwärmt und mit Sauerstoff angereichert wird. Wichtigster Bestandteil des Systems sind auf Gelkügelchen kultivierte Schweineleberzellen, an denen das Blut der Patienten vorbeigeleitet wird. Die Leberzellen nehmen Giftstoffe aus dem Blut auf und versorgen es mit Enzymen und anderen lebenswichtigen Stoffen.
Das so aufbereitete Plasma wird mit den Blutzellen vereint und dem Patienten zurückgegeben. Alle 16 bis 72 Stunden sollen die Patienten an das System angeschlossen werden. Die Behandlungsphase kann bis zu 14 Tage dauern. Eingesetzt wird die künstliche Leber bei Patienten, die an einem akuten Leberversagen leiden – entweder aufgrund eines nicht funktionierenden Transplantats oder bei einem gefährlichen Leberausfall, der häufig durch Hepatitisviren oder Medikamente verursacht wird.
Durch die Entlastung kann sich die eigene Leber regenerieren. Tut sie das nicht, läßt sich mit dem System auch die Wartezeit bis zu einer Transplantation überbrücken. In einer Voruntersuchung waren 21 an akutem Leberversagen erkrankte Patienten behandelt worden, 19 hatten überlebt.
Ulrich Fricke





