Erst kürzlich hat die NASA die Ergebnisse einer ?Volkszählung? unter den erdnahen Asteroiden präsentiert. Demnach sei die Bedrohung durch Einschläge vermutlich etwas geringer als bisher angenommen, denn die Zahl mittlerer und großer Asteroiden nahe der Erde sei deutlich kleiner als bisher gedacht. Das geht aus Beobachtungen des Infrarot-Teleskop “Wise” hervor. Die Daten deuten daraufhin, dass nun etwa 90 Prozent der erdnahen Asteroiden ab 1.000 Metern bekannt sind. Demnach gibt es davon vermutlich 981, wovon 911 erfasst sind ? und keiner von ihnen stelle in den nächsten Jahrhunderten eine Gefahr für die Erde dar. Für die Drehbücher Hollywoods gibt es aber dennoch weiterhin mögliche, spektakuläre Szenarien: Der NASA zufolge sei der weitaus größte Teil der mittelgroßen Asteroiden bisher nicht aufgespürt. Die Astronomen schätzen anhand der neuen Daten, dass es etwa 19.500 mittelgroße Asteroiden mit einer Breite zwischen 100 und 1.000 Metern nahe der Erde gibt. Diese könnten zwar bei einer Kollision nicht die Menschheit auslöschen, aber durchaus Teile der Erde zerstören.
?Irgendwann wird es definitiv heißen: Oh, da kommt Was auf uns zu?, sagt Alan Harris vom deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt in Berlin gegenüber bild der wissenschaft. ?Die Erde hatte in ihrer Geschichte viele Kollisionen mit Asteroiden und das wird auch immer so bleiben?. Das letzte große Ereignis, das Experten einem Asteroiden zuschreiben, war die so genannte Tunguska-Explosion, die 1908 Sibirien erschütterte. Eine Fläche so groß wie das Saarland wurde dabei verwüstet. ?Man muss sich mal vorstellen, das wäre nicht im dünn besiedelten Sibirien, sondern beispielsweise in Mitteleuropa passiert?, betont Harris. Den großen Naturkatastrophen, wie Erdbeben und Vulkanausbrüchen, steht der Mensch hilflos gegenüber. ?Der Einschlag eines Asteroiden könnte sich dagegen mit bereits vorhandenen Technologien vermeiden lassen?, so Harris. Mit einer ausreichenden Vorwarnzeit könnte beispielsweise ein gezielter Beschuss den Himmelskörper von seinem Kollisionskurs abbringen. ?Es gibt durchaus Verteidigungsmöglichkeiten, also sollte die Menschheit auch Pläne für den Ernstfall parat haben?, meint Harris.



