Die Qualitätskontrolle der Wissenschaft garantiert nicht unbedingt die Qualität einer jeden wissenschaftlichen Studie. Zu diesem Ergebnis kamen die Chefredakteure wissenschaftlicher Fachzeitschriften auf dem 4. Internationalen Kongress zur Begutachtung Wissenschaftlicher Studien in den Lebenswissenschaften.
Vor der Veröffentlichung in einem Fachjournal werden wissenschaftliche Studien von Gutachtern überprüft. Im englischen Fachjargon heißt diese Hürde “peer-review”: die Überprüfung einer Studie durch ebenbürtige Wissenschaftler. Sie soll verhindern, dass mangelhafte Studien veröffentlicht werden. Gleichzeitig machen die Gutachter Vorschläge zur Verbesserung von Arbeiten, die ihrer Ansicht nach eine Veröffentlichung wert sind.
Dennoch sind problematische Aspekte des Verfahrens wohl bekannt: Wissenschaftler von renommierten Universitäten werden beispielsweise begünstigt. Deshalb wurde auf dem Kongress eine Analyse der Literatur zum Thema “peer-review” vorgestellt: 19 Studien hatten das Verfahren ernsthaft bewertet, doch keine davon sprach sich vorbehaltlos für die “peer-review” aus.
Neun Studien hatten untersucht ob die Verläßlichkeit der “peer-review” höher ist, wenn die Identität der Autoren einer Studie den Gutachtern verborgen bleibt. Doch diese Modifikation führte zu keiner Verbesserung des Verfahrens. Zwei Studien hatten zudem ergeben, dass auch eine standardisierte Checkliste für die Gutachter keine besseren Ergebnisse garantiert.
Auch diese Analyse der Literatur zum Thema “peer-review” wurde von Gutachtern überprüft. Richard Smith, Chefredakteur des Britisch Medical Journal, und seine Kollegen sind dennoch überzeugt, dass das Verfahren einen Unterschied macht, selbst wenn begutachtete Studien es nicht beweisen können.
Adam Bostanci





