Forscher aus Israel glauben, das Grab von König Herodes entdeckt zu haben. Die Archäologen stießen im Festungspalast Herodium etwa 15 Kilometer südlich von Jerusalem auf die Überreste der Grabstätte des Königs, der Judäa von 37 bis 4 vor Christus regierte. Von dem Grab und dem einstigen Sarkophag sind jedoch nur noch Bruchstücke vorhanden, da die Stätte bei Unruhen jüdischer Aufständischer um 70 nach Christus zerstört wurde.
Seit mehr als dreißig Jahren suchen Forscher nach der Grabstätte des Herodes. In einem Bericht des Geschichtsschreibers Josephus Flavius, der ausführlich die Trauerprozession nach Herodes Tod im Jahr 4 vor Christus beschreibt, wird als Ort bereits das Herodium erwähnt. Diese markante Festung mit den vier Türmen, die den Bewohnern sowohl Pracht und Komfort als auch Sicherheit bot, ist eine von mehreren monumentalen Bauten, die Herodes während seiner Herrschaft errichten ließ. Im Herodium vermuteten Wissenschaftler daher die letzte Ruhestätte des Königs.
Fündig wurden die Wissenschaftler um Ehud Netzer von der Herbrew University in Jerusalem nun jedoch nicht in der Festung selbst, sondern am Abhang unterhalb des gut hundert Meter hohen Festungsberges am Rande der Wüste. Monumentale, mehr als sechs Meter breite Treppen führen von dort den Hang hinab. Erhalten geblieben ist vom Mausoleum des Herrschers nur das einstige Podium aus weißen, behauenen Quadern. Verstreut um diese Ruine fanden die Forscher Überreste von Urnen und Hunderte von Bruchstücken des einstigen, knapp 2,5 Meter langen Sarkophags aus rötlichem Kalkstein, der mit Rosetten verziert und mit einem dreieckigen Deckel verschlossen war.
Herodes ging nicht nur wegen seines oft extrem brutalen Regierungsstils und seiner Nähe zur römischen Besatzungsmacht als grausamer Herrscher in die Überlieferung ein, sondern auch wegen des so genannten Kindermords in Bethlehem: Nach dem Bericht des Matthäus-Evangeliums ordnete er nach der Geburt Jesu an, in dem Ort alle Jungen unter zwei Jahren zu töten, um mögliche Konkurrenten auf das Amt des Königs für sich und seine Erben auszuschalten.
Mitteilung der Hebräischen Universität Jerusalem ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald





