Die Armutsrate der Afro-Amerikaner war 1999 mit 27 Prozent rekordverdächtig niedrig. Auch die Kluft zwischen Weißen und Schwarzen beim Abschluss einer höheren Schule hatte sich in den letzten Jahren stark verringert. Trotz dieser positiven Entwicklungen stellt der Sozialforscher James S. Jackson in seinem Buch “New Directions: African Americans in a Diversifying Nation” (Neue Wege: Afro-Amerikaner in einer diversifizierten Gesellschaft) fest, dass auch 40 Jahre nach Beginn der Bürgerrechtsbewegung die schwarze Bevölkerung Amerikas längst nicht so gut lebe wie die weiße.
Noch immer haben männliche Weiße eine um 7,1 Jahre höhere Lebenserwartung als schwarze Männer. Afro-Amerikaner haben von allen ethnischen Gruppen in den USA den durchschnittlich niedrigsten Lebensstandard. Nur einen Anteil von 6 Prozent stellen afro-amerikanischen Männer an der Gesamtbevölkerung, sind aber in den amerikanischen Gefängnissen mit 48 Prozent vertreten.
“Die Zukunft einer Rassentrennung oder eines harmonischen Zusammenlebens in den Vereinigten Staaten hängt stark davon ab, in welchem Umfang die verschiedenen Ethnien in die Gesellschaft integriert werden”, erläutert Jackson. “Die Ereignisse der letzten vierzig Jahre haben gezeigt, dass die Beseitigung rechtlicher Barrieren noch nicht zu völlig gleichberechtigter Teilnahme der Afro-Amerikaner am öffentlichen Leben führt. Wie die Studien in meinem Buch zeigen, gibt es große und unerträgliche Ungleichheiten in Beruf, Ausbildung, Teilnahme am politischen Leben und Familienleben, die einer vollen Integration vieler ethnischer Gruppen entgegenstehen.”
Jackson fordert von der amerikanischen Politik eine Reihe von Maßnahmen um die Ungleichheit zwischen weißen und schwarzen Amerikanern weiter zu veringern: Maßnahmen der Städteplanung zur Entgettoisierung der schwarzen Bevölkerung, Bildungsprogramme, eine bessere Verkehrspolitik, sowie Programme zur Unterstützung und Erhaltung von Familien. (Newswise)
Doris Marszk





