Die antiken Wehrmauern stehen zum Teil noch 15 Meter hoch, andere Bauten sind in den letzten 2000 Jahren zu chaotischen Haufen aus gewaltigen Steinquadern zusammengestürzt. Erst 1994 wurde die Bergfestung im türkischen Taurusgebirge wieder entdeckt. Seitdem versuchen deutsche und türkische Archäologen, ihr Geheimnis zu lüften.
Die Burg ist ein einziges Ärgernis, und die Archäologen sind ratlos. Auf einem 1000 Meter hohen schroffen Bergkamm thront eine antike Festung von gewaltiger Ausdehnung und exquisitem Gepränge – und keiner kennt sie. Kein antiker Geschichtsschreiber nennt ihren Namen, keine Inschrift weist auf ihren Erbauer. Und: Sie widersetzt sich allen gängigen Deutungsversuchen.
Sicher ist nur eines: Leben in der Burg auf dem Karasis im südtürkischen Taurusgebirge war zur Zeit des zerfallenden Alexander-Imperiums, irgendwann in der hellenistischen Periode zwischen 320 v.Chr. und der Zeitenwende.
Nach über 2000-jähriger Ruhe wurde die Wehranlage erst 1994 wieder entdeckt. Seit Prof. Mustafa Hamdi Sayar, Epigraphiker und Archäologe der Universität Istanbul, sie aus ihren Dornröschenschlaf erweckte, nennt er sie nur „meine verrückte Burg”.
Prof. Adolf Hoffmann, Direktor der Abteilung Istanbul des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), kämpft sich seit drei Jahren auf dem Bergkamm durch das Jahrhundert-Gestrüpp zwischen den Mauern, um das Geheimnis der Bergbastion zu lüften. Auch der Bauforscher benutzt Märchen-Metaphern: „Ein verwunschener Ort” .
In windiger Höhe präsentiert sich ein gewaltiges Gewirr von Mauern, Hausruinen und Türmen. Vielfach sind Strukturen nur mit dem archäologischen Blick zu erkennen. Denn Auge und Füße des Besuchers stolpern erst einmal über Unmengen hingewürfelter, zentnerschwerer Steinquader, die aus den Mauern herabgestürzt sind und unentwirrbar und fußgefährlich herumliegen – wie die Bauklötze von Riesenkindern. Die gängigen archäologischen Aufräumungs- und Grabungsarbeiten sind nicht möglich. Meterhoch wucherndes Gestrüpp und die schroffen Kalksteinklippen der Bergkuppe erschweren zusätzlich Orientierung und Erkenntnis.
Dennoch haben sich Hoffmanns Helfer – Bauforscher, Geodäten und Studenten – inzwischen mit Zollstock, Luftbildern, geodätischen Vermessungen und Geländebegehungen, aber ohne Spaten, ein recht genaues Bild der Burg erarbeitet. Das stellt den Ist-Zustand weitgehend klar, was den Soll-Zustand nachvollziehbar macht – und die Interpretationsmöglichkeiten erweitert. Die antike Wehranlage erstreckt sich einen Kilometer lang über den gesamten, nach Süden steil abfallenden Karasis-Bergkamm. Sie besteht aus einer Unter- und einer Oberburg, die beide einen extravaganten, aber höchst unterschiedlichen Charakter hatten.
• Im unteren Burgteil überwiegt der fortifikatorische, der Wehr-Charakter, mit Mauern, die heute zum Teil noch 15 Meter hoch sind. Dass die Mauern als Kasematten gebaut sind, ist der erste Widerspruch der Anlage: Kasematten sind innen an die Wehrmauern angebaute Räume, die als Waffen- und Munitionsdepot dienten oder für Wohnzwecke genutzt wurden. Diese Bauart kennen die Historiker sehr gut aus der damals über 1000 Jahre zurückliegenden Hethiterzeit – „aber in der hellenistischen Epoche war sie nicht mehr üblich”, erläutert DAI-Bauforscher Hoffmann. In die Mauern integriert waren mehrgeschossige Geschütztürme für Steinschleuder-Maschinen. Webgewichte, die die Archäologen an der Oberfläche sammelten, belegen jedoch, dass in der Unterburg auch Zivilisten lebten. Eine mit 14 Meter Durchmesser „sehr stattliche” (Hoffmann) Zisterne versorgte die Bewohner mit gesammeltem Wasser, eine Quelle gab es auf dem Berg nicht.
• Die Oberburg war mit dem unteren Teil der Festung über die Mauern und eine flach ansteigende Rampe verbunden. Sie liegt rund 80 Meter höher und erstreckt sich 362 Meter lang bis ans Ende des Bergrückens. Die Türme in der einst blendend weißen Wehrmauer sind heute fast alle eingestürzt und klumpen sich zu einem zyklopischen Steinwirrwarr. Dennoch erkennen die Experten neben anderen Häusern ein in den Bergrücken eingetieftes Bauwerk, das sie als Palast deuten: Das Mauerwerk ist qualitätsvoll, die Räume sind mit zum Teil 36 Quadratmetern sehr groß, die Aufteilung lässt auf herrschaftliche Repräsentations- und Wohnräume schließen. Die haben, schon wieder so ein Unikum, Fenster, die eher dem schönen Ausblick als dem Lichteinfall dienten – ungewöhnlich für griechische Architektur. Ein überdachter Wandelgang flankiert einen kleinen Lustgarten mit Zisternen und Bäumen, in dem sich in erquickend kühler Luft relaxen ließ. Insgesamt sieben Zisternen versorgten die wenigen Oberburg-Bewohner mit Wasser. „Hier residierte ein – militärischer oder ziviler – Herrscher”, resümiert Adolf Hoffmann. Am Ende des Gangs befanden sich die Stuben der Wachmannschaften. In den Vorratsräumen lagerten tönerne Riesenamphoren mit Getreide, Wein und Öl in einem Bett aus Schieferscheibchen. Davon hat man sich offenbar etwas Besonderes versprochen, denn Schiefer gab es auf dem Berg nicht, er musste mühsam heraufgeschleppt werden – noch so ein Rätsel auf dem Berg.
Am äußersten Ende der Oberburg liegt am Abbruch des Bergrückens das wundersamste Bauwerk der Anlage. Es hat eine eigene Toranlage, ist durch eine Extramauer gesichert, komplett aus sorgsam bearbeiteten Quadern errichtet und misst imposante 60 mal 12,50 Meter, 4 Meter hoch stehen die Mauern noch an. In dieses „normale” Gebäude wurde ein zweites gebaut – abermals ein Vorhaben ohne Beispiel: Das „Außenhaus” bekam innen eine Holzplattform aus 25 mal 30 Zentimeter dicken Balken. Die Balkenlage war von unten gut durchlüftet. Auf diese Plattform mauerten die antiken Steinmetze das „Innenhaus”, 17 Stützpfeiler der Wände ragen noch aus dem allgegenwärtigen Gestrüpp. Das innere Mauerwerk endete rund 2,50 Meter unter dem Dach des Außengebäudes, so dass zusammen mit der Unterlüftung ein ständiger Luftstrom durch das Haus zog.
Wozu ein so ausgeklügeltes Bauwerk? Trotz des wahnwitzig anmutenden Aufwandes ist die Interpretation als riesiges Lagerhaus wohl richtig. Vorräte, vor allem von Getreide, stellten damals schließlich so etwas wie den Staatsschatz dar – oder waren tatsächlich ein Teil von ihm. Und Hoffmanns Hinweis, dass „in der Antike Zeit, Menge und Arbeitskraft niemals Ausschließungsgründe für irgendwelche Vorhaben gewesen sind”, bricht die letzte Skepsis eines heutigen Betrachters. Mit aller Vorsicht errechnen die Karasis-Forscher ein maximales Speichervolumen von 650 000 bis 1 000 000 Liter, was etwa 390 000 bis 660 000 Kilogramm Gerste entspricht. Das wäre, ebenso sorgsam abgewogen, ausreichend, um 2400 bis 4000 Menschen rund ein Jahr lang zu ernähren.
Aber wer sollte damit vor Hunger bewahrt werden? Nur die Bewohner? Dann waren es unsinnige Mengen. Oder war die Burg auf dem Karasis ein Zentraldepot für Heerscharen, die damals in der Gegend reichlich unterwegs waren? Wurde neben Getreide auch anderes gehortet – war Karasis eine Schatzburg?
Die Zeiten waren gefährlich. Selbst kühle Historiker bezeichnen Alexanders Hinterlassenschaft an die Welt als „ Schlamassel”. Der ewig vorwärts Stürmende hatte, als er 323 v.Chr. starb, nicht für eine geregelte Nachfolge gesorgt. Seine Frau Roxane aus der altpersischen Provinz Sogdien in Mittelasien war schwanger, aber niemand wusste, ob sie einen Sohn als legitimen Nachfolger zur Welt bringen würde. Selbst wenn: Nicht wenigen der einflussreichen makedonischen Adligen in Alexanders Gefolge widerstrebte die Vorstellung, möglicherweise einem König zu dienen, den sie nach ihrem Selbstverständnis zumindest als Halb-Barbaren ansehen mussten.
Derlei Umbruchsituationen sind stets die Hochzeit politischer Erbschleicher. Selbst treue Gefolgsleute Alexanders, die das mit Feuer und Schwert zusammengeraffte Reich erhalten wollten, wurden in die über 30 Jahre dauernden Diadochenkämpfe hineingezogen. Zunächst gab es noch einen – faulen – Kompromiss: Bis zur Geburt des Roxane-Kindes wurde Alexanders Stiefbruder, ein schwachsinniger Epileptiker, als Philipp III. zum König bestimmt.
Doch der Machthunger biss einige Heerführer übermäßig. Vor allem Ptolemaios strebte schon früh nach einem eigenen Königreich mit Ägypten als Basis. Um seine Position zu verbessern, wollte er – auch die Antike hat ihre Sex-and-Crime-Storys – Alexanders Schwester ehe- lichen. Bevor es dazu kam, wurde sie im Auftrag anderer Macht-Mitspieler von ihren Zofen ermordet, die anschließend ihrerseits hingerichtet wurden. Kriege wechselten mit papierenen Friedensverträgen, Verrat und wechselnde Fronten waren an der Tagesordnung, Gebietsaufteilungen waren so schnell vergessen wie beschlossen.
Eurydike, die Frau des regierungsunfähigen Philipp III., versuchte, sich mit Unterstützung des makedonischen Heeres zur Regentin aufzuschwingen. Sie wurde von Olympia, der machtgierigen Mutter Alexanders, zum Selbstmord gezwungen, ihr Mann – immerhin der pro forma amtierende Makedonenkönig – wurde ermordet. Daraufhin verurteilte die makedonische Volksversammlung Olympia, die Frau des Reichsgründers Philipp II. und Mutter von Alexander dem Großen, und ließ sie hinrichten – mehr schlechte als gute Zeiten mit viel Bewegung in der ganzen damaligen Welt.
Zu Beginn dieser Diadochenkämpfe mischte ein knappes Dutzend Möchtegern-Herrscher in dem blutigen Spiel mit. Nur drei blieben übrig:
• Antigonos Monophthalmos („der Einäugige”) begründete die Königsdynastie der Antigoniden, die über das Kernland Makedonien, die Ägäis und Teile Kleinasiens herrschte.
• Ptolemaios sicherte sich und seinen Nachfolgern den ägyptischen Königstitel.
• Seleukos, der Befehlshaber von Alexanders Elitetruppen, kontrollierte nach den Wirren die asiatischen Teile des Alexander-Reichs und Armenien, Mesopotamien sowie Teile Kleinasiens.
Seleukos, nach Zeitzeugen ein Riese, der einen Stier mit den Händen packen konnte, regelte als Erster der Diadochen seine Nachfolge. Er ernannte seinen Sohn Antiochos zum Mitregenten und vertraute ihm die asiatischen Besitzungen an. Schließlich trat Seleukos seinem Sohn seine zweite Frau Stratonike ab, zu der Antiochos in unsterblicher Liebe entbrannt sein soll.
Das Seleukiden-Reich bestand während seiner knapp 250-jährigen Geschichte stets aus lokalen und regionalen Einheiten unterschiedlichster Völker in verschiedensten sozialen und politischen Organisationsformen. Einen zentralen Überbau in politischer, geschweige denn kultureller Hinsicht gab es offenbar nicht. Kultur, Literatur oder Wissenschaft waren nicht vorrangige Interessengebiete der Seleukiden.
Nach Einschätzung der Historiker war das Seleukiden-Reich die am stärksten militärisch geprägte Monarchie der Zeit. Die seleukidischen Könige kämpften, wie Alexander, stets in der ersten Reihe mit. „Wir erfahren vom Seleukiden-Reich normalerweise dann, wenn es sich im Krieg befindet, und das Sicherste, was gesagt werden kann, ist, dass es sich ziemlich häufig im Krieg befand”, urteilt der Historiker Guy Griffith.
Seleukos und seine Nachfolger verfügten für ihre zahlreichen Militäraktionen über die Wunderwaffe der hellenistischen Kriegsführung: Als Gegenleistung für die Abtretung der östlichsten Reichsgebiete an den indischen König Tschandragupta erhielt Seleukos sage und schreibe 500 indische Kriegselefanten. Die stoppten nicht nur den Sturmlauf der Galater (Kelten) in Anatolien („Elefantenschlacht” 278 v.Chr.), sondern avancierten auch zum Wappentier des seleukidischen Königshauses. Reliefs und Münzen mit dem indischen Elefanten signalisieren seleukidisches Herrschaftsgebiet.
Das Elefantenrelief auf dem Türsturz eines Geschützturms auf dem Karasis gibt dem Forscher-Duo Adolf Hoffmann und Mustafa Sayar denn auch die Gewissheit, dass die „verrückte Burg” im Taurus eine seleukidische Gründung war. Der Berg bei der heutigen Provinzhauptstadt Kozan, nördlich von Adana, liegt in der historischen Region Kilikien – und da gab es immer Kämpfe, denn
• die kilikische Ebene beherrschte den Landweg zwischen Anatolien, Syrien und Mesopotamien,
• die Küste war begehrt für militärische und merkantile Flottenstützpunkte im östlichen Mittelmeerraum,
• der waldreiche westliche Teil, das „raue Kilikien”, lieferte begehrtes Holz en masse – zum Beispiel für die ägyptische Flotte.
Während der Diadochenkriege und auch später wurde Kilikien so beständig zum Zankapfel zwischen Seleukiden und Ptolemäern, dass die Schilderung, wann wer über welche Städte und Gebiete herrschte, müßig wäre. Da aber antike Geschichtsschreibung meist die Beschreibung von Kriegen ist, gibt es aus dieser unruhigen Zeit Kilikiens einige schriftliche Nachrichten über eine hellenistische Bergfestung namens Kyinda hoch im Taurusgebirge, in der sich die Schatzkammer von Antigonos Monophthalmos befunden haben soll.
Prof. Sayar, der jedes Dorf in Kilikien kennt, dort vor allem die Alten nach Altem befragt und so auch die Karasis-Burg fand, referiert dazu gern den Geschichtsschreiber Diodor. Der berichtet in seinem 18. Buch, dass „Eumenes (einer der Diadochen) 318 v.Chr. die in Kyinda aufbewahrten Schätze plünderte”. Es muss aber noch etwas übrig geblieben sein von den Kapitalien, denn Diodor erzählt in seinem 19. Buch, dass „Antigonos (der Besitzer des Schatzes) auf seinem Marsch von Mesopotamien nach Kilikien (316 v.Chr.) 10 000 Talente aus Kyinda” holte, um seine Truppen zu bezahlen. Das machte er 302 v.Chr. noch einmal. Und nach einem anderen Historienschreiber, Plutarch, „holte Demetrios Poliorketes (im Jahr 299 v.Chr.) den Rest des auf Kyinda verwahrten Schatzes”. Der Hort muss gewaltig gewesen sein, wenn er fast 20 Jahre ohne Erschöpfung als antikes Fort Knox diente. Woher stammte er? Alexanders Kriegskasse, die verschwunden ist?
Die antiken Autoren sind mit ihren geografischen Angaben zu dieser Burg sehr vage. Sicher ist ihren Berichten nur zu entnehmen, dass Kyinda hoch in den Bergen des Taurus lag. Der mystische Ort ist bislang nicht lokalisiert worden. Alle bisherigen Vorschläge scheiden für Mustafa Sayar aus. Mit einem Anflug von Verzweiflung resümiert er: „Wir haben also diese wahnsinnige Burg auf dem Karasis, die nirgends in den Quellen erwähnt wird. Und wir haben diese Schatzburg Kyinda, deren Lage wir nicht kennen.”
Es kommt noch schlimmer. Schon nach dem ersten Bauforscher-Blick war für Adolf Hoffmann auf dem Karasis klar, dass die Burg nicht schon um 300 v.Chr. existiert haben kann – in der Aufstiegsphase des Seleukiden-Reiches, in der solch gewaltige Schutz- und Protzbauten zu erwarten wären, wurde der Grundstein nicht gelegt. Auch die Kämpfe mit den vordringenden Galatern (278 v.Chr.) scheiden deshalb als Auslöser für den Bau aus.
Und dann zählt der DAI-Archäologe noch ein paar Besonderheiten auf, die nicht ins Wunschbild passen:
• In der gesamten Anlage wurde weder eine Waffe noch eine Inschrift noch ein sonst übliches architektonisches Schmuckelement gefunden.
• Die Maurerarbeiten sind qualitativ extrem unterschiedlich – Bruchsteine wurden ebenso verwendet wie fein behauene Quader für fugenloses Aufeinandertürmen.
• Aus den zusammengestürzten Steinmassen können die Archäologen inzwischen berechnen, wie groß ein Gebäude war – oder hätte werden sollen. Das Ergebnis: Die vorhandenen Quader im Bereich der Unterburg-Kasematten reichten nicht aus, um diese komplett aus Stein zu errichten. Man wich wohl auf Holzkonstruktionen aus – rationelles Bauen oder Mangel an Ressourcen?
• Manches, so der Bauforscher mit geübtem Blick, „macht durchaus einen unfertigen Eindruck”. Und: Für die Menge und Größe der Gebäude gibt es viel zu wenige Dachziegel auf dem Ruinen-Gelände.
Auch Hoffmann hat leise Verzweiflung in der Stimme, wenn er resümiert: „Diese Burg sollte ein großer Wurf werden. Die Anlage ist architektonisch so differenziert, so extraordinär geplant und so gewaltig, dass das kein Schnellschuss sein kann.” Und was wäre die Alternative? „Die Anlage ist nie fertig geworden.” Das würde zu einem Befund des letzten Jahres passen, als die Archäologen penibel jede Keramikscherbe vom Boden und zwischen den Sturzsteinen auflasen und klassifizierten. Resultat: Die Burg ist überhaupt nur zwischen 150 und 50 v.Chr. genutzt worden. Das war die Zeit des endgültiges Niedergangs des Seleukiden-Reichs – weit weg von den Kyinda-Schatzberichten.
Doch weder Hoffmann noch Sayar wollen jetzt schon aufgeben, Kyinda und Karasis vielleicht doch noch irgendwie zusammenzubringen. „Wir brauchen die Genehmigung für eine Sondage” , meinen beide. „Erst wenn wir wissen, was unter den Steinmassen liegt, können wir wirklich etwas über die zeitliche Abfolge sagen.”
Die Burg auf dem Karasis bleibt vorerst ein Ärgernis – aber ein spannendes.
Michael Zick
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Verlag Dr. Kovac, Hamburg 1999 (vergriffen)
Ohne Titel
• In antiken Schriften wird eine Schatzburg namens Kyinda im südtürkischen Taurusgebirge erwähnt.
• Diese Bergfestung lässt sich bis heute nicht sicher identifizieren.
• Archäologen erforschen im Taurus eine außergewöhnliche Befestigungsanlage mit einem großen Speicherbau, deren Namen niemand kennt.





