
Bekannt sind Kolibris eigentlich für ihren ultraschnellen Flügelschlag zwischen 40 und 90 Mal in der Sekunde. So können sie vorwärts, aber auch seitwärts und rückwärts fliegen. Zum Fressen bewegen die Vögel ihre Flügel so schnell auf und ab, dass sie sich vor der Blüte in der Luft halten können. Ihre Schnäbel und langen Zungen sind das perfekte Werkzeug, um Nektar aus den Blüten zu saugen.
Schnäbel mit Haken wie Zähne
Mithilfe von Hochgeschwindigkeitskameras hat das Forscherteam das Verhalten von männlichen Veilchenohrkolibris in den Tropen von Kolumbien, Brasilien, Peru und Costa Rica beobachtet. Die Aufnahmen in Zeitlupe zeigen Erstaunliches: die Schnäbel scheinen nicht für das Saugen aus Blüten optimiert zu sein. Stattdessen sind sie bestens dafür geeignet, Rivalen in die Haut zu kneifen oder deren Federn zu rupfen. Alejandro Rico-Guevara, Leiter des Forschungsprojekts, sagt: „Wir dachten, im Leben eines Kolibris gehe es ausschließlich um das Trinken von Blumennektar. Aber dann haben wir diese seltsamen Strukturen und Formen entdeckt: starre Schnäbel und Haken wie Zähne. Das macht gar keinen Sinn, wenn es darum geht, möglichst effizient Nektar zu sammeln.“
Doch warum haben sich die Schnäbel von Kolibris in den Tropen anders entwickelt als im Rest Amerikas? Vermutlich hatte sich der Wettbewerb verschärft: während normalerweise drei bis vier Kolibri-Arten in einem Verbreitungsgebiet um Futter und mögliche Partnerinnen konkurrieren, sind es in den Tropen bis zu 15.
Die Studie wurde in der Januarausgabe 2019 des Journals Integrative Organismal Biology veröffentlicht.





