Rund 50 Wissenschaftler aus mehreren Ländern haben eine detaillierte Karte der Meeresoberflächentemperaturen während der letzten Eiszeit erstellt. Dazu analysierten die Forscher, unter anderem am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) der Universität Bremen, am Institut für Geowissenschaften der Universität Tübingen und am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel, die Zusammensetzung von Mikrofossilien, die sie aus Sedimentablagerungen am Meeresgrund entnahmen. Das Resultat ist eine Karte, die die Abweichung der Oberflächentemperatur der Weltmeere im Nordwinter am Höhepunkt der letzten Eiszeit – rund 20 000 Jahre v.Chr. – gegenüber heute darstellt. Sie zeigt, dass sich die östlichen Bereiche der Ozeane deutlich stärker abgekühlt haben als die Westseiten. Besonders kalt war das Meer vor Südwestafrika und im Nordostatlantik. Das europäische Nordmeer war im Sommer eisfrei. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts stimmen gut mit Modellrechnungen überein. Die Wissenschaftler nutzen diese Resultate nun, um Modelle für die künftige Klimaentwicklung auf ihre Zuverlässigkeit zu testen.





