Sie können der Verfasserin einen Dienst erweisen, indem Sie sie auf den Ethnologen Martin Gusinde aufmerksam machen. Gusinde studierte um 1920 die Bevölkerung Feuerlands. Er unterschied die Selk’nam auf der Großen Feuerlandinsel, die Jägernomaden waren, von den Yámana und Halakwúlup, die Wassernomaden waren. Im Folgenden zitiere ich, was er über die Wassernomaden schreibt (Martin Gusinde: Urmenschen im Feuerland. Zsolnay, Berlin-Wien-Leipzig 1946, S. 189–190).
„Als umherschweifende Sammler und Jäger obliegen unsere Indianer dem Nahrungserwerb an den langgestreckten Küsten in ihrem Wohnraume, weswegen ich sie als Wassernomaden bezeichne. Fast den ganzen Tag befahren sie mit dem Kanu die vielverschlungenen Kanäle und Meeresarme oder jagen auf dem Strande. Wenn sie von diesen Arbeiten ausruhen, hocken sie in ihren Hütten, die sie regelmäßig auf dem Strandwall nahe der Wasserlinie errichten. Gelegentlich nur entfernen sie sich von der Küste landeinwärts in das Innere einer Insel.
Offenkundig sind die Wasseroberfläche und die schmalen Küstenstreifen das Betätigungsfeld und das Lebensgebiet der Yámana wie der Halakwúlup. Die großen Seesäugetiere des Meeres, die Robben und Wale, ferner Fischottern und einige Seevögelarten, vor allem die Kormorane und Pinguine, gelten ihnen als unentbehrlich; aus der Gruppe der niederen Tiere ließen sich die Miesmuscheln und großen Krabben durch nicht Gleichwertiges ersetzen. Diesen Dingen jagend und sammelnd nachzugehen füllt den Alltag unserer Wassernomaden aus.”
Bei der Jugendweihe der Yámana wurde den Initianden unter anderem die Mythe vom Grindwal offenbart. Sie handelt davon, dass ein kühner Jäger ins Maul eines Wals springt, um diesen von innen zu töten, und Tage später von seinen Stammesgenossen befreit wird (bei Gusinde: S. 351–360). Diese Mythe vom „Verschlinger” ist über den pazifischen Raum und Eurasien verbreitet und steht vermutlich in Zusammenhang mit einem Ritus der Aufnahme in die Sippe. Das ist eine erstklassige Bestätigung für die These des Vordringens der Paläo-Indianer entlang der pazifischen Küste Amerikas. Wären die Vorfahren der Yámana zu Fuß von der Bering-Straße nach Feuerland gewandert, hätten sie die Mythe mit dem Wal unterwegs verloren.
Hans Fink, Gießen
IM LUXUS EINGEMAUERT
Heft 6/2011
Der Libanon wird kurz erwähnt, aber nur mit einer Nebensache, der besseren Infrastruktur in abgeschlossenen Bereichen. Der Orient ist das Musterbeispiel für Abgrenzung: Als Druse, Christ, Armenier, Schiit oder Sunnit wohnt man in der Nähe von seinesgleichen. Während in unseren alten Städten die Mitmenschen durch schöne Häuserfassaden beeindruckt werden sollten, sieht man in den alten orientalischen Städten kahle Mauern. Schön ist es erst dahinter. Dort ist man eben schon länger multikulturell. Kein Wunder, dass sich in Europa analoge Wohnformen ausbreiten. Es gibt keine Völker mehr, nur noch Minderheiten. Das heißt nicht, dass man nicht über ethnische, kulturelle und soziale Grenzen hinweg zusammenarbeiten sollte. Ich helfe ehrenamtlich Migrantenkindern bei ihren Mathe-Hausaufgaben, beantworte aber auch geduldig Fragen wie: „Gab es die Berliner Mauer schon zur Zeit von Adolf Hitler?”
Dr. Hermann Hinsch, per E-Mail
„DER MARKT VERSTÄRKT DIE UNGLEICHHEIT”
Heft 6/2011
Vielen Dank für das Gespräch mit Ernst Ulrich von Weizsäcker. Ich freue mich, dass es Erfolge zu vermelden gibt auf dem dornenreichen Weg zu ökologisch akzeptablen Methoden der Energiegewinnung. Andererseits wundere ich mich darüber, dass ein Grundproblem ökologisch korrekt erzeugbarer Energie nicht erwähnt wird.
Es geht dabei um den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik: Bei der Umwandlung einer Energieform in eine andere sind ziemlich große Verluste unvermeidbar. Es werden zum Beispiel Pumpspeicher-Anlagen empfohlen. Dabei werden drei- bis viermal Energieumwandlungen genutzt, die mit erheblichen Verlusten einhergehen. Das zweite Problem besteht darin, dass im Winter ganz andere Bedingungen herschen, um mittels Photovoltaik Strom zu gewinnen. Ich meine, man kann diese Variante vergessen.
Das dritte Problem sehe ich darin, dass es Angebote gibt, in Firmen zu investieren, die ökologisch korrekt Strom erzeugen. Dies kann nur funktionieren, wenn der Staat viel Geld zuschießt. Das kann nicht der Sinn sein, ökologisch korrekt erzeugten Strom bereitzustellen, um dann den Steuerzahler heranzuziehen!
Günther Voß, Hamburg
INGENIEURE UNTER WERT VERKAUFT
Heft 5/2011
Leider können wir die Schlussfolgerung nicht ganz mit Ihnen teilen, Veröffentlichungen von Ingenieuren aus dem deutschen Sprachraum seien kaum repräsentiert, was somit zu einem „ statistisch verzerrten Bild” führe. Die am Projekt „ Kompetenzzentrum Bibliometrie für die deutsche Wissenschaft” beteiligten Institute und Ihre journalistische Neugier haben leider die einzige und wichtigste deutsche Datenbank für Ingenieurwissenschaften übersehen – nämlich die TEMA Technik und Management (www.wti-frankfurt.de/index. php/tema). Diese und weitere Datenbanken, in der Vergangenheit mit öffentlichen Mitteln gefördert, beinhalten gerade die im deutschen Sprachraum erscheinenden Veröffentlichungen aus Fachzeitschriften, Konferenz- und Tagungsbeiträgen, Forschungsberichten und Dissertationen mit über einem Drittel ihrer Gesamtvolumina.
Manfred Jaksch, WTI-Frankfurt eG
WIE DIE NATUR DAS ÖL VERDAUT
Heft 5/2011
Ich habe in den letzten Monaten schon mehrfach Artikel in den unterschiedlichsten Zeitschriften zur Öl-Kastrophe im Golf von Mexiko und deren Auswirkungen gelesen. Ihr Artikel sticht aus der Masse der Berichte in meinen Augen positiv hervor. Danke für die sehr gute Information zu diesem Thema. Nun habe ich eine Frage. In den meisten Artikeln, die sich mit den Folgen der Öl-Katastrophe befassen, erscheint ein Foto, das mich gefesselt hat, auch in Ihrem Artikel. Es handelt sich um das Foto „ Teilweise abgestorbene Korallen mit Würmern und Seestern” auf Seite 22, links unten. Je länger ich es betrachte, umso mehr bin ich der Meinung, es handelt sich auf dem Foto um einen Seestern, und die vermeintlichen Würmer sind die Arme desselben. Ist meine Vermutung richtig? Andreas Seiffert, per E-Mail
Mit der Kritik der Bildunterschrift hat der Leser recht. Was man an der Koralle sieht, ist ein Schlangenstern, ein Verwandter der Seesterne, der sehr lange Beine hat. Die Redaktion





